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Online-Handel mit Tierbedarf bleibt zäh

Der Online-Handel mit Tierbedarf ist immer noch schleppend, berichtet das Online-Magazin Internet World Business. Ein Anstoß könnte jetzt durch Amazon und Co. kommen – mit schnellerer Lieferung und besonderem Futter.

Der Online-Handel für Tier bedarf ist immer noch schleppend. Frische Ideen sollend den Verkauf ankurbeln.
Der Online-Handel für Tier bedarf ist immer noch schleppend. Frische Ideen sollend den Verkauf ankurbeln.
Foto: Pixabay

Der Online-Handel im Tierfutter–Bereich kommt trotz aller Bemühungen nicht so recht in Fahrt. Von den geschätzt neun Milliarden Euro, die Tierhalter pro Jahr für Heimtierbedarf und Futter in Deutschland ausgeben, werden erst rund 500 Millionen Euro online erwirtschaftet, das sind gerade mal knapp sechs Prozent. Grund dafür könnte das in Deutschland eng verknüpfte Filialnetz sein. Das gilt für den Lebensmittel- wie für den Futtermittelbereich gleichermaßen.

Amazon will nun mit einem neuen Angebot die Macht von Supermarkt- und Drogerieketten brechen. "Amazon Fresh" soll den Kunden die Vorteile des Online Shoppings aufzeigen. Über das Internetportal können frische Lebensmittel bestellt werden und der Online-Gigant liefert die bestellte Ware, in einem vom Kunden gewählten 2-Stunden-Lieferfenster. In Deutschland kann dieser Service bereits in Berlin und Potsdam benutzt werden. Dadurch soll der Kunde deutlich bequemer shoppen und damit Zeit gewinnen.

Ein weiterer Markttrend könnte den Online-Anbietern von Heimtierbedarf in die Hände spielen: die Vermenschlichung der Tiere. Halter betrachten ihre tierischen Mitbewohner als Freunde, als Familienmitglieder, machen ihnen Geschenke und suchen auch für sie möglichste gesunde, nachhaltige, oft sogar vegane Nahrung. Das könnte die Online-Kassen klingeln lassen, weil biologische und vegane Ernährung für den Heimtierbesitzer immer wichtiger wird.

Wildes Land, einem Futterhersteller aus München scheint dies gelungen zu sein. An immerhin 500 Fachhändler verkaufen sie Futtersorten wie Wild mit Kürbis, Preiselbeeren und Kräutern oder Ente mit Biokartoffeln, die deutlich teurer als andere Marken sind.

Eine Neupositionierung ist deshalb erforderlich, um Tierfutter auch Online verkaufen zu können. Online-Marktführer wie Zooplus (Jahresumsatz 2016: 908 Millionen Euro) und Amazon machen es bereits vor und behaupten sich gegen die stationäre Konkurrenz.

"Nach unserer Einschätzung brauchen Online-Fachhändler aber eine weitere Differenzierung von Amazon oder Zooplus", ­erklärt Hierling. Alpha Pet will sich daher nicht mehr nur als Fachhändler, sondern viel mehr als Trendsetter im Markt etablieren. Mit den Erkenntnissen aus den Kundendaten sollen mehr Marken entwickelt werden. "Im BARF-Bereich (biologische, artgerechtes Rohfutter) liegen noch viele Chancen, hier haben sich in den letzten Jahren einige Unternehmen mit guten Produkten profiliert", so Hierling. "Nur ein gutes Produkt reicht aber nicht aus für eine Marke, sie muss ausreichend ausdifferenziert sein und auf Vertriebspartner treffen, um bekannt zu werden."

Andere wiederum, wie der stationäre Marktführer Fressnapf, setzen weiterhin eher auf die Fläche. Im Online-Handel erzielt die Franchise-Kette nämlich erst 59 Millionen Euro oder drei Prozent ihrer 1,8 Milliarden Euro Umsatz. Expansion der Fläche wird groß geschrieben - das Netz aus 1.378 Filialen in Europa wird um weitere 800 ergänzt. Sicher ist aber: Die angestrebte Marktführerschaft im Internet wird nicht nur durch die Verzahnung von Online und Offline zu schaffen sein.

30.06.2017