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Zusammenhalt und Kooperation

Die Corona-Pandemie hebt nicht nur das gesellschaftliche Leben aus den Angeln. Auch der Verband Deutscher Garten-Center (VDG) sieht sich und die grüne Branche vor großen Herausforderungen. Ebenso stark ist jedoch der Wille, die Krise gemeinsam mit Branchenpartnern wie BHB, IVG und ZVG zu meistern.

Plakat Einzelperson
Ausschnitt aus dem Plakat, das darauf hinweist, nur noch einzeln im Gartencenter einkaufen zu gehen.
Foto: VDG/IVG/BHB/ZVG

Wenn es für VDG-Präsidentin Martina Mensing-Meckelburg in diesen Tagen ein zentrales Motto gibt, so heißt dieses „Zusammenhalt und Kooperation“. Seit der frühen Diskussion möglicher Einschränkungen, die die Corona-Pandemie auch für das öffentlichen Leben in Deutschland mit sich bringen könnte, hat sich der Verband Deutscher Garten-Center (VDG) aktiv in das Geschehen eingebracht. Sofort wurden, so gut es ging, die Lage sondiert, Informationen eingeholt und vor allem nach Lösungen gesucht: Welches Verhalten ist gesellschaftlich angemessen? Welche Gefahren gilt es zu umgehen? Ist ein Offenhalten von Gartencentern opportun und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Wie lassen sich bei fortlaufendem Betrieb Kunden und Mitarbeiter optimal schützen?

Schnelle und verlässliche Antworten

All dies sind wichtige Fragen, zu denen der VDG möglichst schnell und verlässlich für sich und seine Mitglieder, aber auch die Branche insgesamt, nach Antworten suchte und sucht. Natürlich sind Gartencenter auch Wirtschaftsbetriebe, an denen Mitarbeiter, Familien und Zulieferer hängen, räumt Mensing-Meckelburg ein. Doch das sei in diesen Tagen nicht das Hauptanliegen der Branche, versichert die VDG-Präsidentin. Gerade in schwierigen Zeiten, in denen die Menschen gehalten sind, zuhause zu bleiben und in ihren Freizeitaktivitäten beschränkt, seien Garten oder Balkon wichtige Rückzugsorte. Und um es sich hier schön zu machen, würden Gartencenter durch ihr Angebot vor allem an Pflanzen einen wichtigen Beitrag leisten.

„Das Gärtnern ist derzeit eine wichtige Art der Beschäftigung. Und Pflanzen haben noch mehr positive Eigenschaften: Blumen und Grün sind gut fürs Wohlbefinden. Doch viele Pflanzen sind auch essbar und dienen als Lebensmittel. Derzeit umso mehr. Nie zuvor haben wir mehr Sämereien, Kräuter und Tomatenpflanzen verkauft wie aktuell. Das hat uns gezeigt, wie zunehmend wichtig den Verbrauchern der Selbstversorgeraspekt durch Pflanzen ist“, so Mensing-Meckelburg. Ähnlich sieht es VDG-Geschäftsführer Peter Botz: „Auch wenn es innerhalb der Branche durchaus Diskussionen gab und gibt, ob es richtig oder falsch ist, weiterhin zu öffnen: Wenn die Menschen nichts mehr unternehmen können, brauchen sie etwa zu tun. Sie wollen ihre Zeit dennoch sinnvoll verbringen, etwa indem sie den Garten oder Balkon auf Vordermann bringen.“

Konstruktiver Dialog

Offen und konstruktiv in den Dialog zu gehen war daher von Anfang an das Hauptanliegen des VDG und das im Schulterschluss mit weiteren, für die grüne Branche wichtigen Verbänden wie BHB, IVG und ZVG. Dem Zugeständnis der Bundesregierung, die Gartencenter und Baumärkte als wichtig genug einstufte, um unter dem Versorgungsaspekt der Bevölkerung weiterhin geöffnet zu bleiben, begegne man daher ebenfalls mit großer Verantwortung, versichert Mensing-Meckelburg. Dazu gehört auch das Umsetzen strenger Sicherheitsmaßnahmen, die die Branchenverbände sogar selbst vorgeschlagen hatten. So stammte der Vorschlag, Kunden jeweils nur noch mit Einkaufswagen in den Markt zu lassen, deren Zahl aktiv limitiert werden konnte, oder in der Kassenzone jeweils drei Meter Abstand zum nächsten Kunden zu halten, aus den eigenen Reihen.

Enger Austausch

„Wir sammeln fortlaufend Informationen, auch über unsere neue VDG-interne Facebook-Gruppe, die, obwohl wir sie gerade erst ins Leben gerufen haben, bereits 166 Mitglieder aufweist, und tauschen uns täglich über das bestmögliche Vorgehen aus. Durch die föderale Struktur entscheide jedes Bundesland und mitunter einzelne Gemeinden, wie mit der Ladenöffnung zu verfahren sei, erklärt Mensing-Meckelburg. Ihr Anspruch ist es daher, auch weiterhin gemeinsam vorausschauend zusammenzuarbeiten und den Betrieben kreative und praktische Lösungen an die Hand zu geben. Denn: „Der Handel ist sich seiner Verantwortung, die Ausbreitung des Virus zu stoppen, durchaus sehr bewusst. Die Händler haben die Vorgaben sehr ernst genommen“, versichert auch Peter Botz.

Nicht vorhersehbar

Wie es für den grünen Handel weitergeht, ist derzeit schwer zu sagen. Trotz Ausnahmeregelungen wird die Branche in Mitleidenschaft gezogen. Fest steht für VDG-Präsidentin Martina Mensing-Meckelburg jedoch, dass man auch diese Herausforderung gemeinsam meistern wird. „Der nächste Schritt könnte sein, dass wir als Fachhandel den Gartenfreunden Tipps zum Umgang mit der Natur geben. Denn seinen Kunden die Produkte zur Verfügung zu stellen, ist das eine. Informationen an die Hand zu geben, wie man sät, pflanzt oder erntet ist das andere. Da werden noch viele kreative Ideen entstehen.“

Wichtiger Hinweis der Redaktion
Die hier geschilderten Aussagen stammen vom 23. März 2020. Es können sich fortlaufend Anpassungen bzgl. der Regelungen ergeben, wodurch Angaben in diesem Beitrag zwischenzeitlich veraltet sein können. Alle relevanten Änderungen der Vorschriften zur Öffnungen sowie Handlungsempfehlungen kommuniziert der VDG in seinen Sondernewslettern. Zudem werden wichtige Informationen in der geschlossenen Facebook-Gruppe „Verband Deutscher Garten-Center e.V.“-Gruppe Corona-Diskussion“ geteilt, der man als Händler beitreten kann.
Auch Markt in Grün informiert täglich neu in einem Online-Info-Hub .

24.03.2020