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Wohntrends 2020

Oohna Horx-Strathern vom Zukunftsinstitut präsentiert den neuen Home Report 2020 zur Zukunft des Wohnens und Bauens.

Home Report 2020
Der Home Report 2020 des Zukunftsinstituts fasst die wichtigsten Wohntrends zusammen.
Foto: Zukunftsinstitut

eiben wir mal down-to-earth: Welche Themen werden uns hier auf der Erde zur Zukunft des Wohnens und Bauens beschäftigen? Zukunftsforscherin und Wohnexpertin Oona Horx-Strathern analysiert in ihrem neuen Home Report 2020 – Zukunft des Wohnens und Bauens die wichtigsten Trends für Architektur, Bauen und Immobilien.

Für ein besseres Zuhause

Der Trend McLiving beschreibt die Entwicklung hin zu schnellen, praktischen, modularen und massenproduzierten Mikro-Häusern. McLiving ist eine von vielen Antworten auf die Wohnungskrise. Dieser Trend erinnert daran, dass es nicht nur wichtig ist, über die positiven Faktoren wie Umwelt oder Kosten beim Bauen und Wohnen nachzudenken. Einen mindestens ebenso entscheidenden Einfluss haben die häufig verschwiegenen Herausforderungen, die ein Leben auf engstem Raum mit sich bringt.
Was Oona Horx-Strathern Tidyism nennt, ist ein Trend, der eine große Bandbreite von Phänomenen erfasst: vom exponentiellen Anstieg der Selfstorage-Angebote über ein Umdenken im Wohndesign und in der Stadtplanung bis hin zu einer neuen Lebensphilosophie. Die Japanerin Marie Kondo hat das Aufräumen in ihrem Buch „Magic of Cleaning“ populär gemacht. Aber der Trend geht weit über den Kondo-Effekt hinaus und reicht in die Welt der Psychologie, in biografische Lebensphasenmodelle und ins Design Thinking hinein.

Gesundheit als Treiber 

Welchen Einfluss die gebaute Umwelt auf unsere psychische und körperliche Gesundheit hat, dieser Frage geht der diesjährige Branchen-Insight Gesundes Bauen auf den Grund. Indoor Air Care untersucht die Tatsache, dass die Luft in Innenräumen häufig schlechter ist als die Außenluft in Städten, und zeigt Lösungen auf, wie Räume gestaltet werden können, um tief und gesund durchatmen zu können. Warum Krankenhäuser und andere Gesundheitsbauten noch immer eher krank machen oder zumindest durch ihre Gestaltung und Atmosphäre kaum zu einer Heilung und Gesundung beitragen, ist für unsere Wohn- und Bauexpertin ein Rätsel. Aus diesem Grund plädiert Oona Horx-Strathern im Kapitel Healthcare Architecture für den Einsatz des ganzheitlichen Konzepts der heilenden Architektur beim Neubau und der Renovierung von Gesundheitseinrichtungen.

Mit allen Sinnen

Eine Ästhetik, die sich positiv auf die Wahrnehmung und das Wohlbefinden von Menschen auswirkt, wird jedoch nicht nur für Gesundheitsbauten benötigt, sondern auch die Stadt der Zukunft muss ihre Bewohner und Besucher sinnlich ansprechen. Der Schwerpunkt Urban Living setzt sich mit den Herausforderungen des Stadtlebens auseinander und wirft ein Licht auf ein häufig verschwiegenes Thema: soziale Isolation und Einsamkeit in der Stadt. Disconnection in der Connected Society beschreibt das Paradox, dass wir uns trotz unzähliger Vernetzungsmöglichkeiten häufig einsam und keiner Community zugehörig fühlen. Im Kapitel Senses and the City spricht sich die Autorin dafür aus, sich beim Bau von Gebäuden und bei der Stadtplanung nicht nur auf die visuelle Wahrnehmung zu fokussieren.

08.10.2019