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Verkaufsgewächshäuser für Gartencenter

Wenn Gartencenter neu entstehen, gibt es heute tolle Möglichkeiten, ansprechende und energie-effiziente Verkaufsgewächshäuser zu bauen. Doch auch für schon bestehende gibt es Möglichkeiten zur Optimierung – und für ein modernes Facelift.

Moderne schlichte Formen liegen im Trend.
Moderne schlichte Formen liegen im Trend.
Foto: Michi Kerschbaumer

Cooler Kubus, hölzerne Giebel oder verspielter Backstein im englischen Stil? Das alles ist möglich beim Bau eines Verkaufsgewächshauses. Je nach Corporate Identity, persönlichen Vorlieben oder Kundenstamm können die Gewächshäuser heutzutage ganz unterschiedlich daherkommen. Vorbei die Zeiten, in denen alle ähnlich aussahen. Die Architektur mit ihren Finessen hat Einzug gehalten beim Gewächshausbau. „Unsere Architektin Karoline Klar hat da schon tolle Sachen gemacht – und das kommt sehr, sehr gut an bei den Kunden“, sagt Karl Bärlin, Geschäftsführer Deutschland der renommierten Firma Rabensteiner mit Hauptsitz in Südtirol. Bei einem Kunden etwa sieht man große Fotos fröhlicher Mitarbeiter auf der Fassade, ein anderer ließ die Front des Gartencenters mit dünnen waagerechten Holzlamellen schmücken, ein weiterer mit senkrechten, eleganten, grauen Holzpaneelen. Immer ganz wichtig: Die hohe Qualität der Bauteile - und gut durchdachte Detail-Lösungen wie eine besondere Regenrinne, die Rabensteiner Thermo-Rinne, die gerade bei extremem Wetter allem stand hält; der Klimawandel lässt grüßen. Und à propos Nachhaltigkeit: Natürlich muss auch die Ökobilanz stimmen.

Angenehme Atmosphäre

„Neue Gartencenter entsprechenden Gebäudenormen im Hochbau. Dabei haben wir auch schon verschiedene Ideen und Praktiken aus der Vergangenheit wieder verworfen und geändert“, so Bärlin, der seit 30 Jahren in der Branche tätig ist und in dieser Zeit einige hundert solcher Anlagen mit verantwortet hat. Beispiel Verglasung: Eine Sackgasse sei die dreifach-Verglasung gewesen. „Das hatte keinen Wert. Minimale Einsparung, aber schwere Zusatzlast für die Konstruktion, außerdem zu wenig lichtdurchlässig. Heute wollen manche Kunden sogar oft wieder eine einfache Verglasung“, hat Karl Bärlin beobachtet. Eine günstige Alternative zu Glas sei Polycarbonat. „Das gibt außerdem ein diffuseres Licht, die direkte Strahlung wird unterbunden und es entsteht eine angenehmere Verkaufs-Atmosphäre.“ Mehr und mehr halte andererseits aber auch UV-durchlässiges Glas bei den Gewächshäusern Einzug, das für ein Klima fast wie im Freiland sorge und gut für die Blütenausfärbung und ein reduziertes Streckungswachstum sei.

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Thema Licht

Eng verknüpft mit dem Verkaufsgewächshaus ist natürlich immer das Material für die Schattierung. Die Vorteile einer guten Schattierung für Produktionshäuser sind eine hohe Energieeinsparung, lange Haltbarkeit, Schrumpf-Armut und ein feuchtigkeitsdurchlässiges, vorteilhaftes Klima. Für Verkaufsgewächshäuser bietet die Schattierung zudem viele schöne Farben für die individuelle Gestaltung.

Die Firma Reimann in Emstetten ist da ein Traditionsunternehmen. Von der Spinnerei und Weberei kommen Schattierungen aller Art für Verkaufsgewächshäuser - seit über 50 Jahren, „made in Germany“ mit Verkauf in Deutschland, Europa und Übersee. Das Motto: „Wir stellen alles in den Schatten.“ Beweis der erfolgreichen Zusammenarbeit der Firma mit Praxis und Wissenschaft: mehrere Auszeichnungen für die Produktentwicklung. Im Portfolio sind schwer entflammbare Produkte mit langer Garantie auf UV-Beständigkeit. Denn auch Versicherungen drängen nach verheerenden Bränden in Verkaufsgewächshäusern, die über leicht entzündliche Schirme entstanden, auf den Einsatz von schwer entflammbaren Schattier-Geweben. Dazu gibt es „Air“-Versionen mit erhöhter Luftdurchlässigkeit sowie doppellagige Schirme mit zusätzlicher Energieeinsparung von 16 bis zu 19 Prozent.

Gutes Klima

Fürs Innere gilt: Es muss für Pflanzen gut und für Kunden angenehm sein. Bei immer heißeren Sommern könnte man da beispielsweise auch über eine Klimatisierung nachdenken. „Das wird auch in Deutschland mehr und mehr aktuell werden“, sagt Karl Bärlin, dessen Firma in Italien schon in vielen Verkaufsgewächshäusern für Kühlung sorgt. Mittel der Wahl können neben den Schattierungen auch spezielle isolierende Eindeckungen und Belüftungssysteme sein oder auch eine Sprühnebelanlage.

Was Nachhaltigkeit angeht, wird der Hebel indes nicht beim Einsparen von Heizungsenergie angesetzt – die ist im Winter unerlässlich. Doch beim Strom, etwa für das Restaurant, kann man auf Solarenergie zurückgreifen, die über das Dach gewonnen werde. Umweltfreundlich agiert und gespart werden kann auch über das Wasser-Management, etwa durch das Sammeln von Regenwasser in Zisternen für Gießwasser oder für „Grauwasser“ etwa in den Toilettenspülungen.

Strenge Vorschriften

Immer beliebter werden aufwendig gestaltete Fassaden, die das Gewächshaus nicht sofort als solches zeigen.
Immer beliebter werden aufwendig gestaltete Fassaden, die das Gewächshaus nicht sofort als solches zeigen.
Foto: B. Pfaus-Ravida

Hürden, die sich beim Umbau oder Neubau eines Verkaufsgewächshauses stellen können, sind die strengeren Bauvorschriften. „Bis Bauanfragen durch sind, kann das schon mal dauern – auch das muss man bei einem solchen Vorhaben berücksichtigen. Die Kunden müssen längere Planungs- und Bauzeiten einplanen, oft verzögern sich die Eröffnungen“, weiß Ralf Cattau von der 1996 gegründeten Firma Glasmetall, die ebenfalls auf den Bau von Gewächshäusern spezialisiert ist. Was neue Trends angeht, sieht er den klassischen Stil im Vormarsch – auch aus Kostengründen eher schlicht gehalten. Wofür die Kunden gerne eher mehr ausgeben, sei eine ansprechende und große Empfangshalle. „Da darf es gerne hoch und opulent zugehen, mit farbigen Akzenten.

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Neu- oder Umbau?

Die Verkaufsfläche als Highlight - das macht Lust aufs Einkaufserlebnis“, sagt Cattau. Zur Frage Umbau oder Neubau plädiert er eher auf den Neubau. „Oft ist das Abreißen und neu Bauen günstiger und schneller, als die Fassade zu ersetzen und beispielsweise alle Fenster einzeln mit einer optimalen Verglasung neu zu machen“, erklärt Cattau. Auch er beobachtet die Tendenz weg von der dreifach-Verglasung – „zu teuer und zu schwer“. Was die Warenpräsentation angehe, sei diese ebenfalls bei einem Neubau optimaler. Man könne die Wegführung nach neuesten Erkenntnissen gestalten, etwa den Kunden erst in den Kaltbereich, dann in den Warmbereich zu führen. „Der Trend geht zudem absolut dazu, ein gemütliches und optimal beheiztes Café anzubieten.“ Auch hier zeigt sich wieder: Das Erlebnis steht für den Kunden beim Einkauf und Bummel mehr und mehr im Vordergrund.

08.10.2019

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