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Stihl unterliegt in französischem Kartellstreit

Französische Wettbewerbsbehörde verklagt Stihl zu Millionenstrafe

Stihl Motorsäge
Geräte wie Motorsägen bedürfen aus Sicht von Stihl einer besonderen Sorgfalt bei der Einweisung.
Foto: Stihl

Die französische Wettbewerbsbehörde (Autorité de la concurrence) hat Stihl zur Zahlung eines hohen Bußgelds verurteilt. Laut Medienberichten beläuft sich dieses auf sieben Millionen Euro. Damit ahndet die Behörde die aus ihrer Sicht in Teilen unrechtmäßige, selektive Online-Vertriebspolitik von Stihl in Frankreich. Bereits im September 2017 wurde diesbezüglich ein kartellrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. In der Kritik stand, dass Stihl den Online-Vertrieb bestimmter Produkte insbesondere über Drittplattformen mit Hinweis auf die Notwendigkeit einer fachgerechten Einweisung bei Übergabe eingeschränkt hatte. Seit 2014 habe das Unternehmen ausführliche Bestimmungen zum Online-Vertrieb in die Vereinbarungen mit seinen Fachhändlern aufgenommen, heißt es dazu in einer offiziellen Stellungnahme von Stihl. Demzufolge können Kunden Produkte online kaufen und sich zusenden lassen. Geräte, bei denen eine umfassende direkte und persönliche Einweisung für eine sichere Handhabung unverzichtbar ist, z. B. Motorsägen, können online gekauft werden, müssen dem Kunden aber persönlich durch den jeweiligen Fachhändler übergeben werden. Aus Sicherheitsgründen können die Fachhändler diese Produkte nicht über einen Dritten an die Kunden versenden. Zudem sehen die Fachhandelsvereinbarungen vor, dass Stihl-Produkte nicht über erkennbar von Dritten betriebene Plattformen verkauft werden dürfen, heißt es weiter.

Stihl beruft sich auf Sicherheitsaspekt

Dieser Umstand wurde in dem Verfahren, das nun zum Abschluss gekommen ist geprüft. Die Kartellbehörde kam dabei laut Aussage von Stihl zu dem Schluss, dass das Unternehmen dazu berechtigt ist, Produkte wie z. B. Motorsägen in einem selektiven Vertriebssystem zu vertreiben und Beratung und Service anzufordern, um die Sicherheit der Kunden sowie die korrekte Anwendung der Produkte zu gewährleisten. Darüber hinaus habe die französische Wettbewerbsbehörde entschieden, dass das Drittplattformverbot kartellrechtlich zulässig ist. Stihl behält sich daher das Recht vor, gegen die Entscheidung der französischen Wettbewerbsbehörde Rechtsmittel einzulegen. Der Stihl Fachhandel wird in Kürze weitere Informationen zum Umfang der Vertragspflichten erhalten.

26.10.2018

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