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Regionale Produkte - Wein, Obst & Gemüse

Exklusive Produkte aus der Region können die Kunden durchaus locken. Damit lassen sich die regionale Verbundenheit und die Kundenbindung gleichermaßen stärken. Wer das schon macht und wie zeigt markt in GRÜN.

Diese Beispiele der regionalen Verbundenheit am POS im LEH lassen sich auch im Gartencenter umsetzen.
Diese Beispiele der regionalen Verbundenheit am POS im LEH lassen sich auch im Gartencenter umsetzen.
Foto: Schonschek

Regionale Verbundenheit mit Herzblut, so lautet das Motto der Sagaflor-Marke „…da blüh‘ ich auf“. Dieser Liebe zur Heimat wird …da blüh‘ ich auf-Partner Blumen Laengle mit seinem Hofladen gerecht. Darin finden die Kunden nicht nur leckeres Obst und Gemüse, sondern auch fangfrische oder geräucherte Forellen von der Forellenzucht Lohmühle Alpirsbach. Auch vielen anderen Gartencenter-Betreibern ist klar „Regional ist das neue Bio“. Weshalb sie ihre Gourmet- oder Feinkostabteilung entsprechend bestückt oder mit einem Hofladen ausgestattet haben und dort ganz speziell regionale Spezialitäten anbieten. So gibt es zum Beispiel in Kiefls Feinkostabteilung (Gauting) eine große Auswahl an Obst- und Gemüse, welches von regionalen Produzenten stammt. Ebenso wie im Gourmetmarkt des Gartencenter Schlößer (Moers). Mit eigenem Kräuteranbau sowie Gemüse aus eigener Anzucht wird auch die Gärtenerei Löwer den Verbraucherwünschen nach regionalen Produkten gerecht. Im Gartencenter Lenders in Mönchengladbach gibt es in der Natur- und Feinkostabteilung regionale Spezialitäten. Dazu gehören unter anderem Gewürze von Spirit of spice, Grillsaucen der Firma Kebben, einer örtlicher Kirmes Braterei, Marmelade, Saucen etc. von Passione-Bengner, Senf aus Viersener Senfmanufaktur sowie Eier aus Bodenhaltung Birkshof Hütten. Geschäftsführer Reimund Esser freut sich darüber, dass die Kunden die lokalen Artikel schätzen, weil die Firmen bekannt und aus der Nähe sind. „Kurze Transportwege sind wahrscheinlich auch gute Argumente. Ebenso wie die eher handwerkliche Produktionen“, fasst Esser die Vorteile zusammen.

Online und offline verknüpfen

Lebensmittel aus der Region, wie Eier, sind ein beliebter Zusatzkauf.
Lebensmittel aus der Region, wie Eier, sind ein beliebter Zusatzkauf.
Foto: Schonschek

Das Wissen über die Herkunft ihrer Lebensmittel ist vielen Verbrauchern wichtig. Sie kaufen gern regionale Produkte – auch online – ein. Laut einer Umfrage, im Auftrag des Digitalverbands BITKOM, haben 12 % schon einmal in einem digitalen Hofladen bestellt, weitere 27 Prozent können sich das vorstellen. Davon kann auch der Grüne Fachhandel profitieren. Wie das Beispiel von Klaus Umbach zeigt. Eigentlich wollte der Heilbronner Gärtner gar keinen eigenen Erzeugertreff im eigenen Betrieb etablieren. Doch es kam zunächst anders. Er erinnert sich daran in einer Zeitung einen Bericht über – damals food assambly heute Marktschwärmer – gelesen zu haben. Als Erzeuger und "Neugründer eines Hofverkaufs" in seiner Bioland-Gärtnerei, fand er den Gedanken eines modernen Bauernmarktes faszinierend und zukunftsweisend: „Denn ich weiß wo meine Kinder und mein jüngerer Bruder immer mehr einkaufen, nämlich im Internet und regional. Sofort habe ich mich angemeldet, aber noch nach einem geeigneten Partner als Gastgeber gesucht.“ Denn Umbach wollte nur organisatorisch im Hintergrund mitwirken und die Sache unterstützen. Mit Heinrich Leutenberger von SlowFood Heilbronn, hat er genau den passenden Partner gefunden. Denn Umbach hat zwar gute Kontakte zu Kollegen mit Pflanzen, Obst und Gemüse, aber keine Verbindungen zu Bäcker, Metzger, Imker und anderen Verarbeitern und Herstellern. „Heinrich Leutenberger hat dann die Heilbronner Marktschwärmerei, bei uns im Betrieb, im November 2017 gestartet und übergibt jetzt das Staffelholz an seine treueste Kundin. Für unsere Kunden ändert sich nichts, denn die „Marktschwärmerei“ wird auch weiterhin freitags von 17 bis 19 Uhr bei uns auf dem Betriebsgelände stattfinden.“

Die November/Dezember Ausgabe von markt in GRÜN
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Der Erzeugertreff „marktschwaermer.de” ermöglicht ein wöchentliches Angebot regionaler Genüsse. Über dieses Internet-Portal werden Lebensmittelerzeuger aus einem bestimmten geografischen Gebiet mit Verbrauchern aus der Region zusammengeführt – ähnlich wie bei der Regiomarke „Ich bin von hier“. Wie das Team der Marktschwärmer mitteilt, kann auch in einem Gartencenter ein regionaler Abholmarkt, also eine Schwärmerei, entstehen. Für den Standort einer Schwärmerei werden folgende Kriterien vorausgesetzt: Er muss mindestens 40 qm groß und idealerweise überdacht, ebenerdig zugänglich und für alle Marktschwärmer leicht zu finden sein. Da diese Bedingungen in einem Gartencenter in der Regel gegeben sind, ist dort die Eröffnung einer Schwärmerei denkbar. In Deutschland gibt es 50 aktive Schwärmereien. Allerdings finden bislang nur die wenigsten in einem Umfeld statt, in dem parallel vor Ort Produkte verkauft werden. Dennoch birgt eine solche Vermarktungsplattform eine Chance einen neuen Kundenstamm zu akquirieren. Wöchentlich ist das Angebot deshalb, weil der der Erzeugertreff „Marktschwärmerei“ jeweils an einem Wochentag für zwei Stunden geöffnet ist. Dieses Zeitfenster ist so von der Organisation gewünscht. Das Konzept funktioniert wie folgt: Der Endkunde ordert online über die gemeinsame Verkaufsplattform https://marktschwaermer.de und bezahlt seine Bestellung direkt auf diesem Weg. Die Direktvermarkter liefern ausschließlich die bestellten Produkte einmal pro Woche in ihrer Schwärmerei ab. Dort werden die Bestellungen vom Verbraucher persönlich abgeholt.

Gemeinsame Sache machen

Die Förderung der regionalen Verbundenheit lässt sich auch als Event organisieren – gegebenenfalls gemeinsam mit einem Obstbaubetrieb vor Ort. Ein schönes Beispiel dafür ist der „Apfelpflücktag für die ganze Familie“ zu dem die Klostergärternerei Maria Laach Mitte September ihre Kunden eingeladen hat. Genauso sinnstiftend kann eine dauerhafte Partnerschaft mit bestimmten in der Region verwurzelten Organisationen sein. Wie so etwas geschehen kann, zeigt die Erlebnisgärtnerei Storb in Saarbrücken. Dort wird das Warenangebot regionaler Produkte mit sozialem Engagement kombiniert. Denn den Hofladen im Eingangsbereich der Erlebnisgärtnerei betreibt die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Obere Saar e.V.


Verschiedene regionale Köstlichkeiten aus kleinen Manufakturen bereichern das Feinkostsortiment im Gartencenter Lenders.
Verschiedene regionale Köstlichkeiten aus kleinen Manufakturen bereichern das Feinkostsortiment im Gartencenter Lenders.
Foto: Schonschek

Sehr sinnvoll kann es auch sein mit der jeweiligen Regionalmarke vor Ort zusammen zu arbeiten. Denn der große Vorteil mit den Regionalmarken ist, dass die Verkaufsstellen über nur einen Partner, nämlich die jeweilige Vermarktungsgesellschaft, ein vielfältiges Produktportfolio angeboten bekommen. Zudem erhöhen das gemeinsame Marketing sowie das Logo den Wiedererkennungswert. Darüber hinaus ergibt sich dann noch ein weiteres Plus: Dadurch können Gartencenter fast schon zum Nahversorger werden. So ähnlich funktioniert das beispielsweise im Bellandris Gartencenter Rehner in Bad Kreuzunach. Dort werden sowohl die Produkte der Regionalmarke SooNahe „Gutes von Nahe und Hunsrück“ verkauft als auch noch andere regionale Spezialitäten. „Uns als Familienbetrieb ist es wichtig die Region zu unterstützen“ berichtet Pascale Adam, Assistenz der Geschäftsführung. Deshalb ist der Familienbetrieb auf die Regiomarke SooNahe zugegangen, um dieses Ziel gemeinsam zu verfolgen. Es ist aber nicht so, dass alle Bestellungen über die Hunsrück-Nahe-Vermarktungs-GmbH laufen. Sondern das Bad Kreuznacher Gartencenter bestellt durchaus direkt bei den SooNahe-Mitgliedsbetrieben selbst. „Teilweise ist es auch so, dass es nur bestimmte Produkte eines Lieferanten über SooNahe gibt. Bei den Nudeln sind dies zum Beispiel die Dinkelnudeln“ erklärt Frau Adam. Der Grund dafür sind die von der der Vermarktungsgesellschaft ausgesuchten Produkte müssen den festgelegten hohen Qualitätsansprüchen genügen. Auch die Rohwaren, in dem Fall der Dinkel, sollen jeweils aus der Region kommen. Pascale Adam freut sich auch darüber, dass dieses Angebot bei den Kunden gut ankommt: „Manche kommen extra wegen dem Wein zu uns ins Gartencenter. Andere entdecken im Regioangebot Köstlichkeiten die ihnen gut schmecken und kommen dann gerne wieder zu uns. Zu festen Terminen, wie etwa beim Kartoffelfest, können die Kunden auch verschiedene regionale Köstlichkeiten unserer Lieferanten verkosten.“

Eintragen in Datenbanken

Möglichen Neukunden, die vor allem an regionalen Spezialitäten interessiert sind, sollen das Angebot im Gartencenter auch finden können. Damit das geschehen kann sollte das eigene Angebot von regionalen Produzenten in möglichst vielen Datenbanken und Auskunfteien zu finden sein. Über neue Artikel oder frisch eingetroffene Ware sollten die Kunden auf möglichst vielfältige Weise informiert werden. Das heißt, über ein Plakat am Eingang, die sozialen Medien, die Webseite, per Newsletter... Auf der Internetseite des 2005 gegründeten Bundesverbands der Regionalbewegungen e.V. findet sich unter Netzwerk eine Liste von Regionalvermarktungsinitiativen in Deutschland. Diese kann bei der eigenen Planung sowohl dazu dienen Konzepte und Regionalmarken in der eigenen Umgebung zu finden als auch dazu sich bei der jeweiligen Organisation als Verkaufsstelle listen zu lassen. Mittlerweile gibt es schon eine recht stattliche Anzahl an regionalen Zusammenschlüssen. Dazu zählen unter anderem das Projekt Mittelrheinkirsche, Heimat schmeckt, Regionalmarke Eifel, Kräuterwind, Gemeinschaftsinitiative „Wir Westerwälder“, Echt Hessisch!, Köstliches vom Land, Natürlich von hier, um nur einige Beispiele zu nennen.

04.12.2018

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