zurück

Der Pilzanbau zuhause liegt im Trend

Pilze zum Selberzüchten werden immer beliebter. Besonders der Trend des Urban Gardening lässt Kunden nach neuen Alternativen, neben Obst und Gemüse, zum selbst anbauen suchen. Für das Gartencenter bedeutet dies einen neuen Absatzmarkt. Pilzzucht-Sets sind im Aufwind.

Austernpilze liefern mit 3 μg pro 100 g besonders viel von dem Vitamin.
Austernpilze liefern mit 3 μg pro 100 g besonders viel von dem Vitamin.
Foto: capri23auto/pixabay

Pilze haben als Lebensmittel einen guten Ruf, denn sie sind gesund und stecken voller wichtiger Nährstoffe. Zu den großen Stärken der Speisepilze zählt ihr Gehalt an Vitaminen, der D- und B-Vitamine. Sie sind die einzige nicht tierische Quelle für das Vitamin D, von dem Erwachsene laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung täglich 5 μg zu sich nehmen sollten. Austernpilze liefern mit 3 μg pro 100 g besonders viel von dem Vitamin. Aber auch Shiitake-Pilze und Champignons können sich mit knapp 2 μg sehen lassen.

Da liegt es nahe, Pilze auch selber anzubauen und ganz frisch geerntet zuzubereiten. Mit fertig konfektionierten Pilz-Anzuchtsets ist das auch für Einsteiger recht einfach. Außerdem ist die Auswahl an verschiedenen Pilzen im Lebensmittelhandel eher übersichtlich und beschränkt sich im Wesentlichen auf Champignons und gelegentlich Austernseitlinge. Die Auswahl an Anzuchtsets hingegen ist inzwischen sehr umfangreich und beinhaltet auch exotische Arten, die sogar experimentierfreudige Hobbyköche in Verzückung versetzen dürften.

Pilze werden je nach Art auf unterschiedlichen Materialien kultiviert. Am gebräuchlichsten sind Stroh und Holz. Dort hinein wird die so genannte Pilzbrut appliziert, die aus lebenden Pilzkulturen besteht, die auf ein Trägermaterial aufgebracht wurde. Pilzbruten sind vor allem als Körnerbrut, bei der das Pilzgeflecht sich bereits in Getreidekörnern entwickelt hat, sowie als so genannte Dübelbrut erhältlich. Hier handelt es sich um Holzdübel, die bereits vom Pilzgeflecht (Myzel) durchzogen sind. Sowohl Körner- als auch Dübelbruten können zur „Impfung“ von Strohballen, Baumstämmen oder anderen geeigneten Kulturmaterialien verwendet werden. Darauf entwickeln sich dann die Pilze, die bei der gewünschten Größe geerntet werden können. Eine Reihe von Pilzarten eignen sich für die Dübelkultur. Die mit Pilzmyzel durchwachsenen Impfdübel werden mit einem Hammer in mit Bohrungen versehene Laubhölzer eingeschlagen und besiedeln rasch das Holz mit dem Pilzmyzel.

Pilzzucht-Sets

Pilzmännchen bietet Hobbygärtner neben Pilzzuchtsets für Indoor auch Pilzbruten (Pilzsamen) für den Garten an. Mit der Pilzbrut können verschiedene Nährmedien wie Stroh, Baumstämme oder auch Baumstümpfe geimpft werde. „Der Vorteil ist, dass ein Baumstumpf, der sonst sehr schwer zu beseitigen ist, nach etwa drei Jahren so verfällt, sodass man ihn einfach mit dem Spaten wegstechen kann“, erläutert Hagen Breck, Geschäftsführer von Pilzmännchen. So profitiert der Hobbygärtner gleich doppelt: Die Pilze erledigen auch noch die stumpfe Arbeit. „Wir haben auch Pilzbeete. In den Sets sind gepresste Strohbrikets. Man gießt Wasser drauf, dann quillt es um das 20- bis 30fache auf“, so Breck. Einen Spaten tief in die Erde gegeben und fertig ist das Pilzbeet. Jedes Pilzset enthält eine detaillierte, leicht verständliche Anleitung. Eine Eigenentwicklung von Pilzmännchen sind spezielle Chipsbrut auf Holzbasis. Diese bietet fünf Monate Lagerfähigkeit.

Hobbypilzzucht-Produkte bieten viele Vorteile, wie Hagen Breck von Pilzmännchen erläutert:
  • Einfache Handhabung
  • Geringe Ansprüche an Standort und Umgebung
  • Höchste Frische und Qualität der erzeugten Pilze
  • Natur beobachten und begreifen für Klein und Groß

Alle Produkte sind 100 Prozent biozertifiziert. Bereits seit 15 Jahren bietet das Unternehmen dem Fachhandel Sets für Champignons (braune und weiße) und Shiiitakepilze sowie für Austernpilze und Braunkappen. Auch Kräuterseitling, Limonenpilze, Rosenseitlinge, Pioppino und Stockschwämmchen sowie Pom-Pom sind im Sortiment.

Hier stimmt nicht nur der Inhalt, sondern auch die Verpackung. „Wir investieren stetig in Forschung und Entwicklung, um die Handhabung Erträge der Sets zu optimieren“, sagt Hagen Breck. So ist garantiert, dass der Endkunden optimale Ernteerfolge hat und maximale Freude habe.

Im Freiland sollte die Anlage der Pilzkultur nur in der frostfreien Periode von Frühjahr bis Herbst erfolgen. Im Haus ist die Anlage einer Pilzkultur ganzjährig möglich. Nach einer Besiedlungsdauer von etwa acht Wochen sind die Pilzkulturen komplett mit Pilzmyzel besiedelt und winterhart. Über mehrere Jahre können immer wieder Pilze geerntet werden, bis die Pilzkultur verbraucht ist.

Komplettpackungen für sicheren Erfolg

Am einfachsten in der Handhabung sind Komplettpackungen, in denen die Pilzbrut bereits in einem Substratblock vorkultiviert wurde. Die Kunden müssen nach dem Kauf lediglich die Packung öffnen, je nach Pilzart oben oder an den Seiten, und die Kultur nach Anleitung pflegen und Fruchtkörper der Pilze entwickeln sich bereits nach kurzer Zeit.

Ein beliebter Pilz, der sich auch für Anfänger gut eignet, ist der Austernpilz oder Austernseitling. Sein nussähnliches kalbsfleischartiges Aroma wird bei Gourmets sehr geschätzt. Pilzmännchen biete eine Austernpilz-Zuchtkultur in Bio-Qualität und XXL-Größe an, die eine besonders reiche Ernte verspricht. Im Bio-Spezialsubstrat können die aromatischen Pilze bis zu 20 Wochen lang geerntet werden. Die Packung wird einfach an einem schattigen Standort im Haus (Keller), auf dem Balkon oder im Garten aufgestellt und regelmäßig durch Besprühen gewässert. Optional gibt es eine Pilzzuchtbag dazu, die die Feuchtigkeit länger im Substrat hält, sodass regelmäßiges Wässern nicht ganz so wichtig ist.

Die Rubrik "Neu im Sortiment" zeigt Gartencenterbetreiber die Trends von Morgen. Die eigene Pilzzucht ist nur eines von vielen Beispielen, wie man neue Kunden erreichen kann und alte Kunden neu begeistert. Jedes Monat stellten wir ein "Neues Sortiment" in unserem Fachmagazin vor und zeigen wie Sie es als Gartencenterbetreiber an den Mann oder die Frau bringen können. Testen Sie dafür einfach unser Magazin für 2 Monate und überzeugen Sie sich selbst.

Jetzt testen

Eine neu entwickelte Pilzzuchttüte hat Pilzmännchen auch als Geschenkidee etabliert. Sie soll Lust auf die Kultivierung verschiedenster Pilzarten machen. In der so genannten Bio Pilzzauber Tüte sind geimpfte Chips enthalten, die in einer Schüssel mit Weizenmehl vermischt und anschließend wieder in die Tüte gefüllt. Fünf Tage lang wird die verschlossene Tüte an einen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt, anschließend an der vorgesehen Stelle kreuzförmig eingeschnitten. Dort wachsen nach kurzer Zeit die ersten Pilze heraus. Tägliches Wässern ist dabei die einzige Arbeit. Eine ausführliche bebilderte Anleitung liegt bei, die Bio Pilzzauber Tüten gibt es in verschiedenen auch außergewöhnlichen Pilzarten, zum Beispiel Limonenpilz und Rosenseitling.

Auch das Unternehmen Hawlik Pilzbrut bietet unterschiedliche Pilzarten, zum Beispiel Champignons, Kräuterseitling oder Toskanapilz, als Fertigkulturen an, bei denen lediglich der Karton geöffnet und die Folie entfernt werden muss. Anschließend wird der enthaltene Substratblock gewässert, die Folie als Verdunstungsschutz wieder darüberstülpt. Alternativ kann man bei einigen Pilzarten alles im Karton lassen und lediglich einige Schlitze an den Seiten einschneiden, aus denen die Pilze herauswachsen können.  Die Kultur ist im Haus oder im Freien möglich, wichtig sind schattige, aber nicht völlig dunkle Plätze mit möglichst hoher Luftfeuchtigkeit. Als Besonderheit hat Hawlik auch eine Herciumkultur im Programm. Der in Frankreich als Pom-Pom blanc bekannte Pilz erinnert vom Aussehen her an einen Badeschwamm und ist eine besondere Delikatesse.

Tipps von Alexander Hawlik, Inhaber von Hawlik Pilzbrut:
  • Die Fertigkulturen sind nur begrenzt lagerfähig, bei Raumtemperaturen im Handel nur wenige Wochen. Sie sollten also rasch verkauft werden.
  • Verkaufen Sie Pilzbruten am besten im Frühjahr und Herbst als Aktionsware, die Sie entsprechend prominent platzieren und bewerben.
  • Kochvorführungen mit Pilzen bringen den Kunden die verschiedenen Pilzarten nahe und machen neugierig.
  • Bestellen Sie nicht zu viel auf einmal, ordern Sie lieber zwischendurch frische Ware nach.
  • Um nennenswerte Mengen ernten zu können, sollten die Fertigpackungen eine gewisse Größe haben. Als Faustregel gilt, dass die Menge der zu erntenden Pilze etwa dem halben Gewicht der Packung entspricht.

Anbau auf Waldboden

Champignos  können vom Kunden nun selber angebaut und frisch geernten werden.
Champignos können vom Kunden nun selber angebaut und frisch geernten werden.
Foto: andersfloor/pixabay

Für die Pilzzucht im Garten bietet Hawlik so genannte Waldpilzgartenkulturen an. Für diese Anbaumethode eignen sich zum Beispiel Braunkappen. Die in der Packung enthaltene Brut wird entnommen, gewässert und an einem halbschattigen Standort eingegraben. Anschließend werden die Brutdübel in das Substrat gedrückt und alles dünn mit Erde bedeckt. Der optimale Standort liegt windgeschützt unter Sträuchern, Nadelbäume sind nicht geeignet. Die Pilze wachsen im Umkreis von bis zu einem Meter um die beimpfte Stelle aus dem Boden. Es werden sich in mehr oder weniger großen Abständen immer wieder Pilze bilden, bei guten Bedingungen bis zu zwei Jahre lang.

Pilze zum selber anbauen gehören zu zukünftigen Sortimente für das Gartencenter und locken neue Zielgruppe an. Was noch in Zukunft auf die grüne Branche zukommt, stellt markt in GRÜN in seinem Barcamp am 22.02.2019 vor. Nehmen Sie teil und rüsten Sie sich für die Zukunft.

Zum Barcamp

19.09.2018

Newsletter markt in GRÜN

Logo-Schriftzug markt in grün Newsletter
Sie möchten immer Up-to-Date sein? Wissen was es neues für die Grüne Branche gibt. Dann melden Sie sich für unseren Newsletter an.