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Ökologisch und nachhaltig Dünger und Erden

Bei den Erden und Düngemitteln zählt nicht nur das Ernteergebnis, sondern auch der Inhalt. Die Chemiekeule hat ausgedient und „bio“ ist angesagt. Zudem wird der verantwortungsvolle Umgang mit Torf für die Kunden immer wichtiger.

Mit Torf, ohne Torf, aber immer im Sinne der Nachhaltigkeit.
Mit Torf, ohne Torf, aber immer im Sinne der Nachhaltigkeit.
Foto: Congerdesign/Pixabay

„Es gibt nicht den einen Trend für die Gartensaison 2019. Vielmehr bestimmen bei Erden und Dünger verschiedene Strömungen das Verbraucherverhalten“, erklärt Christian Günther, Vertriebsleiter für den Export und Produktmanager beim Einheitserde Werkverband. Neben der Regionalität, der Qualität und der Anwenderfreundlichkeit spielt die Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle. „Aufgrund anhaltender Diskussionen um Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeitszertifikaten als Liefervoraussetzung für den Handel oder der erhöhten Nachfrage seitens der Verbraucher bekommt dieser Aspekt in der Grünen Branche immer mehr Aufwind“, sagt Günther. Wie die meisten anderen Hersteller setzt die hinter dem Einheitserde Werkverband stehende Gemeinschaft von Substratherstellern bei der Marke frux daher stärker auf ein Sortiment, das diesem Trend entspricht, und hat ihr Angebot zuletzt um die torffreie Blumen- und Gemüseerde ‚Terra Preta‘ erweitert. Neben der Pflanzkohle, die Wachstums- und Ertragssteigerungen erzielt und den Wasser- und Düngerverbrauch reduziert, enthält das Produkt Holzfasern, die aus regionalem Anbau stammen und den Torf als Inhaltsstoff ersetzen. Andere Produzenten, wie beispielsweise Palaterra, verzichten bei allen ihren Produkten auf Torf. Neben Holzfasern werden alternativ zum Beispiel Baumrinde oder Grünschnittkompost aus nachhaltig bewirtschafteten Waldgebieten in Deutschland genutzt.

Warum lieber torffrei?

Moore machen nur drei Prozent der weltweiten Landfläche aus, speichern jedoch doppelt so viel Kohlenstoffdioxid wie alle Wälder der Erde. Wird in Mooren Torf abgebaut, entweicht das Kohlenstoffdioxid als klimaschädigendes CO2 in die Atmosphäre. Zudem können beim unkontrollierten Torfabbau die Lebenswelten von Tieren und Pflanzen zerstört werden. Fast zwei Drittel der Blütenpflanzen, die das Moor beheimatet, sind schon heute vom Aussterben bedroht oder gefährdet.

Kontrollierter Torfabbau

Statt ganz auf Torf zu verzichten, setzen einige Produzenten von Pflanzenerden auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource. Das bedeutet, dass Abbauverfahren angewendet werden, die dafür sorgen, dass kein oder zumindest weniger CO2 freigesetzt wird. Damit die Kunden das sofort erkennen und sich für das Produkt entscheiden, lassen sich die Hersteller ihre Produkte von ’Responsibly Produced Peat‘ (RPP) zertifizieren. Das ist eine europäische Initiative, die sich für die nachhaltige und umweltfreundliche Gewinnung von Torf einsetzt. Dazu gehört beispielsweise Euflor. Das RPP-Gütesiegel ist ab sofort auf den Verpackungen der Produkte ‚Plantahum‘ und ‚Humobil‘ abgedruckt. Doch auch die ‚Compo Sana‘-Erden sind mittlerweile mit dem Label der Stiftung versehen. Die Zertifizierung hat nicht zuletzt dazu beigetragen, dass die Marke des Herstellers Compo von der Kommunikationsberatung Tempus Corporate, einer Tochter des ZEIT Verlags, kürzlich erneut zur „Marke des Jahrhunderts“ in der Kategorie Blumenerde ausgezeichnet wurde.

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28.02.2019