zurück

Mit Kontroversen Dialoge anstoßen

Der "Pflanzenfreund" ist eine Abo-Zeitschrift des Gartencenters Meier und widmet sich den Themen Natur und Gärtnern. Herausgeber Erwin Meier-Honegger will mit dem Magazin aber auch Debatten führen und die Entwicklungen in der Branche kontrovers beleuchten.

Erwin Meier-Honegger ist der Herausgeber und Chefredakteur des Pflanzenfreund.
Erwin Meier-Honegger ist der Herausgeber und Chefredakteur des Pflanzenfreund.
Foto: Maike Walter

Ein praktischer Ratgeber für jeden, welcher Blumen-, Gemüse- und Obstzucht zu seinem Vergnügen oder seinem Nutzen treibt, so heißt es auf der Erstausgabe aus dem Jahr 1900. Damals kostete die Zeitschrift noch 1,20 Franken pro Exemplar. Heute sind es 4,20 Franken, wenn man ein Jahres-Abo hat. Was als monatlicher Gartenratgeber mit Flugblatt-Charakter begann, entwickelte sich mit den Jahren allerdings immer mehr zum Werbeprospekt für das Gartencenter Meier, erinnert sich Erwin Meier-Honegger: „Es gab schon immer beides, den Pflanzenfreund als kostenpflichtiges Informationsangebot zum Gärtnern sowie einen reinen Werbeprospekt des Gartencenters.“ In der Vergangenheit habe sich beides jedoch immer stärker vermischt. Daher fasste Meier-Honegger vor einiger Zeit den Entschluss, den Pflanzenfreund inhaltlich neu aufzustellen, eine Redakteurin zu engagieren und die Auflage zu erhöhen.
„Ich hatte das Gefühl, dass es die letzte Gelegenheit war, um etwas zu verändern. Und zwar, bevor das Magazin zu einem Werbeprospekt verkommt.“ Die Entscheidung, in ein Printformat zu investieren, musste er gegenüber der Geschäfts- und der Marketingabteilung des Gartencenters allerdings erst einmal rechtfertigen. „Schließlich hört man überall, dass Print stirbt. Ich sehe das jedoch etwas anders. Im Zeitschriftenbereich tun sich heute mehr Nischen auf, da die Menschen spezielle Interessen haben.“

Trendthemen fördern Auflage

Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel gewinnen immer mehr an gesellschaftlicher Relevanz. Ein Angebot wie der Pflanzenfreund kann daher ein gutes Hilfsmittel für Gartencenter sein, um sich als grüner Partner und Ideengeber zu positionieren. Die Ernst Meier AG als Inhaberin des Gartencenters Meier sieht das ähnlich und finanziert deshalb zehn Mal im Jahr je 15.000 Exemplare. Das sind drei Hefte im Jahr für jeden, der eine Meier-Kundenkarte hat. Hinzu kommen die regulären, bezahlten Abos von interessierten Hobby-Gärtnern. „Darunter sind Gartenbesitzer, die erfahren wollen, welche Arbeiten zur jeweiligen Jahreszeit anstehen. Zudem geben wir in unseren Texten Hintergrundwissen zu aktuellen Themen oder Trends. Es geht darum, dass man etwas liest, was man in anderen Gartenheften nicht erfährt. Wir wollen Mehrwert bieten“, erklärt Meier-Honegger. „Und wir wollen signalisieren, dass gute Inhalte einen Wert haben – und eben nicht immer umsonst sind.“

Kein Blatt vorm Mund

Der Pflanzenfreund will aber nicht nur informieren. Ziel sei es auch, als Innovator zu provozieren, heißt es im Manifest des Magazins. Das bedeutet: Geschichten zu erzählen, die nicht nur die schöne, bunte Gartenwelt skizzieren. Auf dem Titel der Ausgabe 10/2019 ist beispielsweise ein älterer Herr abgebildet, der in seinem Garten steht. Dieser befindet sich allerdings nicht in Deutschland, sondern in Afghanistan – genauer in Kabul. Und er ist von Stacheldraht umzäunt. Im Hintergrund ein halb verfallenes Gebäude. „Garten des Krieges und der Zuversicht“ heißt die dazugehörige Auslandsreportage. „Die anteilige Finanzierung durch das Gartencenter gibt uns die Möglichkeit, auch auf kontroverse Themen einzugehen. Wir sind niemandem verpflichtet“, erklärt Meier-Honegger. Daher greift der Pflanzenfreund aktuelle Debatten auf und beleuchtet sie von allen Seiten – auch kritisch, wenn es sein muss.

Die kreativen Cover des Pflanzenfreund machen Lust aufs Lesen.
Die kreativen Cover des Pflanzenfreund machen Lust aufs Lesen.
Foto: Pflanzenfreund / Ernst Meier AG

„Oft werden die Herausforderungen der Grünen Branche in der Öffentlichkeit zu einfach dargestellt. Das wird selten korrigiert. Vielleicht aus Angst, der Buhmann zu sein. Nehmen wir das Beispiel einer Gärtnerei, die auf rein ökologische Produktion umstellt. Das findet die Allgemeinheit natürlich erst einmal toll, weil das schön klingt. Aber man muss auch erklären, welche Schwierigkeiten so etwas mit sich bringen kann“, meint Erwin Meier-Honegger. „Häufig fehlt mir zu vielen Themen die kontroverse Debatte in der Branche. Wahrscheinlich hat man die Sorge, die Kunden zu verprellen.“

Pflanzenfreund 2.0

Das langfristige Ziel des Herausgebers ist, den Pflanzenfreund nicht nur als Informationsangebot zu positionieren, sondern als Marke. „Wir versuchen, uns eine Art Fangemeinde aufzubauen. Vor allem bei den Städtern, die ja immer mehr Spaß an Pflanzen haben“, erklärt Meier-Honegger. Denn allein durch die bezahlten Abos sei es nicht möglich, das Magazin zu finanzieren. „Auf lange Sicht kann die Marke Pflanzenfreund das Bindeglied zwischen der urbanen Gesellschaft und uns als Gartencenter sein. Deshalb suchen wir aktuell nach Möglichkeiten, die Marke in die Stadt zu tragen. Also dahin, wo wir junge Zielgruppen ansprechen können.“
Potenzial sieht der gelernte Gärtner unter anderem in innovativen Shop-Konzepten. Dabei sei es allerdings wichtig, dass der Bezug zum Gartencenter Meier nicht verloren gehe. Am Ende des Tages zähle das Vertrauen der Kunden, so Erwin Meier-Honegger abschließend. „Alles was wir tun, zahlt letztendlich darauf ein. Und dazu gehört eben auch der Pflanzenfreund.“

Weitere Themen zu Gartencenter und der grünen Branche, finden Sie jeden Monat in unserem Fachmagazin. Wenn Sie noch kein Abonnent sind, dann testen Sie das Heft für zwei Monate oder holen Sie sich gleich das ganze Jahres-Abo nach Hause. 

25.03.2020

Newsletter Markt in Grün

Logo-Schriftzug markt in grün Newsletter
Sie möchten immer Up-to-Date sein? Wissen was es neues für die Grüne Branche gibt. Dann melden Sie sich für unseren Newsletter an.

Firmenporträt

Sie möchten Ihr Unternehmen auf Markt in Grün vorstellen? Dann buchen Sie unser Firmenporträt und lassen Sie sich von unseren Media Sales Mitarbeitern beraten.

Telefon: 0203 30527-39
E-Mail: mediasales.service@rudolf-mueller.de