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IPM sieht sich in gutem wirtschaftlichen Umfeld

Die Weltleitmesse des Gartenbaus sieht den Trend nach "Grün" ungebrochen.

Impression IPM 2018
Die Weltleitmesse IPM Essen 2019 sieht sich in einem guten Umfeld für die grüne Branche.
Foto: Schuchrat Kurbanov

Sonnig bis heiter mit gebietsweise Wolken – so lassen sich aus Sicht der IPM der Markt und das Gartenjahr 2018 beschreiben. Das Wetter hat einen sehr großen Einfluss auf den Gartenmarkt und führte 2018 mit seinen Extremen zu einer anstrengenden, aber letztendlich guten Saison, heißt es. Das allgemeine Konsumklima sei noch hervorragend und der Wunsch nach „Grün“ ungebrochen. „Grün“ etabliere sich immer mehr als fester und vielfältiger Bestandteil des Lebens – es gehört zum Alltag einfach dazu. Nach einem erfolgreichem Jahr 2017, in dem der Gesamtumsatz für Blumen und Pflanzen in Deutschland bei ca. 8,6 Mrd. Euro lag, wird nach Erwartung der IPM-Veranstalter auch das Jahr 2018 wahrscheinlich ähnlich erfolgreich abschließen. Erste Zahlen weisen darauf hin.

Außergewöhnliches Wetter prägte die Branche

Nach einem milden Jahresstart 2018 folgte auf einen spätwinterlichen März ein extrem warmer April mit hochsommerlichen Temperaturen, mit rund 40 Litern Regen pro Quadratmeter fielen kaum 70 Prozent der ansonsten für diesen Monat üblichen Menge. Nahtlos schloss sich bis Ende Juli eine außergewöhnlich lange Phase mit überdurchschnittlichen Temperaturen an, die in eine extreme Hitzewelle, verbunden mit ausgeprägter Trockenheit bis in den Spätsommer hinein, überging. Wettertechnisch ist der Frühling 2018 ausgefallen. Dies hatte unweigerlich einen erheblichen Einfluss auf den Gartenmarkt und war prägend für das erste Halbjahr 2018. Den Einfluss des Wetters kann man deutlich an den Umsätzen der großen Vermarkter ablesen. So berichtet Landgard, nach einem Umsatzplus von rund zwölf Prozent zu Jahresbeginn von Umsatzrückgängen von rund sechs und zehn Prozent im Februar und März, die im April wieder mit einem Plus von 21 Prozent kompensiert werden konnten. Ähnlich auch bei der Veiling Rhein-Maas: Hier lieferte der starke April 2018 eine Mengensteigerung bei den Topfpflanzen von circa 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In der Summe konnte man im ersten Halbjahr 2018 einen Umsatzzuwachs von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Auch die Versteigerung Royal FloraHolland meldet ein gutes erstes Halbjahr 2018 auf Vorjahresniveau.

Insgesamt stabile Saison

Das Geschäft mit Beet- und Balkonpflanzen fand nach einem „erfrorenen“ Frühjahrsgeschäft geballt im April und Mai statt Die Nachfrage kam sehr kompakt zwischen Ostern und Mitte Mai. Vereinzelt traten Lieferengpässe auf, die sich auch in den Preisen widerspiegelten. Gerade bei Topfrosen wurden bei den Großmärkten zeitweise größere Lieferengpässe festgestellt. Laut dem Statistische Bundesamt Destatis in Wiesbaden stiegen die Preise für Pflanzenbauprodukte im April 2018 auf ein Plus von 2,7 Prozent. Insgesamt sei die Saison 2018 erfreulich von stabilen Preisen gekennzeichnet gewesen. Auch Baumschulerzeugnisse lagen mit ca. 6,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Nur Schnittblumen erzielten geringere Preise gegenüber dem Vorjahr. Im Juni meldete der niederländische Vermarkter Plantion allerdings überraschend, dass trotz hoher Temperaturen, die sich üblicherweise negativ auf die Preisbildung bei Schnittblumen auswirken, stabile Preise gezahlt würden. Erklärt wird dieses Phänomen unter anderem durch einen gesteigerte Nachfrage nach Sommerblumensträußen und zeitweise geringem Angebot aus Afrika, wo wegen niedrigeren Temperaturen und hohen Niederschlägen weniger exportfähige Ware angeboten werden konnten. So lag der Durchschnittspreis für Rosen im Juni 2018 fast 30 Prozent höher als im Juni 2017. Der Durchschnittspreis der Top-15-Schnittblumen war um 22 Prozent höher als im Vorjahr, was einen Umsatzzuwachs von 10 Prozent brachte.

Strukturwandel im Gartenbau schreitet voran

Extreme Sommer mit stark ausgeprägten Hitze- und Dürreperioden, gepaart oder im Wechsel mit Starkregenereignissen und Überschwemmungen sind Phänomene, die zukünftig fest einzukalkulieren sind. Darauf müssen sich alle Beteiligten in der Gartenbaubranche einstellen und Lösungen finden: Sowohl auf Produktions- als auch auf Sortiments- und Handelsebene. Die „Jahrhundertdürre“ 2018 kann den Strukturwandel im deutschen Gartenbau weiter beschleunigen

23.11.2018