zurück

Invasive Arten: EU-Liste verabschiedet

Der Ausschuss der EU-Mitgliedsstaaten zu invasiven Arten hat in seiner Stizung vom 19. Juni trotz vermehrter Kritik im Vorfeld, für die Aufnahme von weiteren 12 Arten, darunter die gärtnerisch bedeutenden Sorten wie Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum in die EU-Liste gestimmt. Der ZVG reagiert mit Unverständnis.

Invasive Arten
Mammutblatt (Gunnera tinctoria) und das afrikanische Lampenputzergras (Pennisetum setaceum) stehen nun auf der EU-Liste.
Foto: Pixabay

Der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) sowie weitere Verbände, u.a. der landwirtschaftliche, europäische Dachverband Copa-Cogeca oder der europäische Baumschulverband ENA hatten deutliche Kritik an der Aufnahme dieser Arten geübt., zumal auch der ZVG sich von Anfang an kontinierlich mit den EU-Institutionen über die Verhandlungen ausgetauscht hatte. Der ZVG zeigt daher keinerlei Verständnis für das jüngste Ergebnis: "Wir haben deutlich gemacht, dass eine Listung von Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt.", erklärtZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer . "Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum entsprechen nicht den Kriterien wie sie in der Verordnung für invasive Arten mit unionsweiter Bedeutung gelistet sind."

Beide Pflanzenarten seien im Großteil der jeweiligen Unionsgebiete nicht winterhart, argumentiert Fleischer weiter, Somit könneeine unionsweite Invasion bzw. Verdrängung anderer Arten ausgeschlossen werden. Entsprechend sei auch eine unionsweite Bedeutung nicht erkennbar, resümiert er.

Die Entscheidung über die Listung von Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum müsse laut ZVG zwingend revidiert werden. Beide Sorten seien von hoher wirtschaftlicher Bedeutung für den gärtnerischen Fachhandel.

Außerdem ist es aus Sicht des ZVG dringend erforderlich, die EU-Verordnung zu ändern und die Kriterien für die Listung von Arten schärfer zu fassen. Nationale Probleme müssten national gelöst werden, so der Verband. Die Verordnung müsse das Subsidiaritätsprinzip achten. Dies sei derzeit nicht der Fall.

Hintergrund: Die Europäische Union hat mit der Verordnung Nr. 1143/2014 die Schaffung einer Liste invasiver Arten mit unionsweiter Bedeutung beschlossen. Die 2016 eingeführte Liste besteht aus 37 Arten, wovon 14 den Pflanzen, sieben den Wirbellosen und 16 den Wirbeltieren angehören. Die Europäische Kommission informiert alle EU-Bürgerinnen und -Bürger über ein Onlineportal über aktuell in Diskussion stehende Arten. In einem kontinuierlichen Prozess werden jährliche Erweiterungen der Liste geprüft und gegebenenfalls durchgeführt. Auch können aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse Arten von der Liste wieder entfernt werden. (Quelle: BdB)

22.06.2017