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Wie Gartencenter Instagram nutzen

Bildgetriebene Soziale Medien im Einsatz Gartencenter haben erkannt, wie wichtig soziale Medien für ihr Marketing sind. Doch Facebook war gestern, so scheint es, mehr und mehr drängen Instagram, Pinterest & Co. ins Rampenlicht. Eine neue Chance auch für Gartencenter-Betreiber?

Instagramm und Pinterest werden bei jüngeren Zielgruppen immer beliebter.
Instagramm und Pinterest werden bei jüngeren Zielgruppen immer beliebter.
Foto: Pixabay

Auf der Homepage des Gartencenters Brockmeyer prangt unübersehbar der Hinweis: „Brockmeyer bei Instagram“. Ab sofort werde man dort über die schönsten Deko-Accessoires, relevanten Gartentipps und das saisonale Pflanzensortiment informiert. 833 Abonnenten folgten den vielen Inspirationen, die der Gartencenter-Filialist Hobbygärtnern, Bastelfreunden und Rezeptfans auf der Seite anbietet, zum Redaktionsschluss. Followerzahl steigend. Auch das Kölner Gartencenter Dinger’s oder die Pflanzenspezialisten von Urgibl aus dem oberbayerischen Eglharting stellen ihre einladenden Fotos auf die Instagram-Seite. So etwa Christbaumkugeln mit netten Botschaften wie „I hob di liab“, die man noch bis kurz vor Weihnachten mit einem individuellen Wunschspruch versehen lassen konnte.

Bilder sprechen Emotionen an

Ein emotionaler Weg zum Kunden? „Es geht bei den Plattformen nicht um freigestellte Produktbilder, sondern um inspirierende Lebenswelten“, beschreibt Digital- & Trendscout-Expertin Constanze Wolff ihre Bedeutung. Konkret also darum, was man mit den eigenen Produkt-Sortimenten noch alles machen kann. Kurzum: „Lifestyle zu verkaufen und Produkte sind Teil dieser Lifestyle-Welt“, bestätigt Wolff.

Gartencenter meist ohne Strategie

Ganz so strategisch scheint man bei den Gartencenter-Betreibern die eigene Präsenz bei Instagram & Co. nicht zu sehen. Man benutze ab und zu auch Instagram, doch es gebe dazu „keine bewusste Entscheidung“, sagt etwa Catrin Dinger, Prokuristin und Mitglied der Geschäftsleitung von Dinger’s Gartencenter in Köln auf Nachfrage von Markt in Grün. Das Hauptmedium sei nach wie vor Facebook, denn Instagram habe bei Dinger’s lange nicht die Reichweite wie Facebook. „Man macht es halt, weil die jüngeren Leute eher bei Instagram sind“, bringt es Catrin Dinger auf den Punkt. Um zugleich einzuschränken: Dies sei aber nicht „unsere Hauptzielgruppe“.

Social Media ist nur ein Teilbereich der Digitalisierung und umfasst noch viel mehr. Blockchain, E-Commerce, bargeldloses Zahlen und andere Themen betreffen auch Gartencenter. Markt in Grün arbeitet deshalb die unterschiedlichen Punkte auf und liefert Lösungen. In jeder Ausgabe von Markt in Grün finden Sie einen Artikel dazu und wenn Sie noch kein Abo haben, dann testen Sie das Markt in Grün Mini-Abo für zwei Monate.

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Das weiß auch Peter Botz, Geschäftsführer des VDG: „Instagram und Pinterest werden von unseren Kunden noch wenig genutzt, bestätigt er. Zugleich empfiehlt er seinen Mitgliedsbetrieben, dass sie sich nach den ersten guten Erfahrungen mit Facebook „nun auch an weitere Social-Media-Kanäle trauen“ sollten. Eben weil die jüngeren Zielgruppen zunehmend dort zu finden sind und für Peter Botz klar ist: „Mit guten und einmaligen Natur- und Detailfotos erreicht man bei Pinterest schnell viele interessierte Menschen. Erfolgreich ist es, über die Kanäle die saisonalen Lebensgefühle der Menschen anzusprechen.“

Facebook-Image mit Dellen

Das sehen die Vermarkter von Sagaflor offenbar auch so. Denn sie bieten ihren 80 grün erleben-Partnern regelmäßig Schulungen an, um das nötige Know-how des Umgangs mit bildgetriebenen sozialen Medien zu erwerben. Die Nachfrage sei durchaus rege, heißt es. Die Partner könnten auch die Instagram-Seite oder die Youtube-Seite des Vermarkters teilen. Doch für eigene Inhalte seien die Partner selbst zuständig. Was unbedingt sinnvoll ist, denn gerade hier können sie ihre ganz eigene Note zeigen.

Ein Aspekt, der offenbar immer wichtiger wird, wie eine aktuelle Social-Media-Studie von ECC Köln und Hermes belegt. Demnach hat das Image von Facebook in puncto Authentizität stark gelitten, es gilt als wenig vertrauenswürdig. Vor allem bei der jungen Zielgruppe gerät es immer mehr aus der Mode. Ganz anders beispielsweise Pinterest: Es gilt unter allen untersuchten sozialen Medien als das authentischste und vor allem innovativste Netzwerk. Dies sei nicht verwunderlich, so die Autoren der Studie. Denn bei Pinterest stünden „kreative Themen anstatt Selbstdarstellung“ im Fokus.

Inspiration für und von Social Media

Doch wie performen Gartencenter-Betreiber konkret auf Instagram & Co.? Wer einmal bei Pinterest im Suchfeld „DIY Garten“ oder „Urban Gardening“ eingibt und dann prüft, welche Produkte bei den vorgeschlagenen Bildern im eigenen Sortiment verfügbar sind, kommt mindestens auf 90 Prozent, schätzt Constanze Wolff. Damit ist für die Digitalexpertin klar: „Der Kunde ist interessiert.“ Mehr noch: 98 Prozent der Nutzer setzten die auf Pinterest gesammelten Ideen auch um, wie die Social-Media-Plattform in ihren eigenen Auswertungen angibt

„Somit muss ich als Unternehmen genau dort das Produkt anbieten“, folgert Wolff und fügt noch das aktuelle Beispiel der Monstera-Pflanze hinzu: „Eine absolut beliebte Influencer-Pflanze, fotogen, super zu stylen – aber nicht in jedem Baumarkt oder Gartencenter zu finden.“ Für Wolff steht ­daher fest, dass es unerlässlich ist, sich mit Trends zu beschäftigen, und die entstehen aus ihrer Sicht auf Pinterest & Co., und „sie definieren unsere Konsumwünsche“.

Social Shopping auf dem Vormarsch

Nutzungsfrequenz sozialer Netzwerke
Nutzungsfrequenz sozialer Netzwerke
Foto: ECC Köln

Experten sind sich einig: Instagram und Pinterest verfügen inzwischen über eine „Social-­Shopping-Funktion, die die klassische Customer Journey völlig auf den Kopf stellt“, sagt Sabrina Mertens, Leiterin des ECC Köln. Mittlerweile sind die Kanäle fester Bestandteil des Alltags gerade der jungen Zielgruppe. Doch ob gerade die bildgetriebenen sozialen Medien das Potenzial zum Umsatztreiber haben, wird sich erst zeigen, wenn Händler Mehrwerte in Form von zielgruppengerechten Content liefern“, rät Nicola Perl, Division Manager E-Commerce bei Hermes Germany. Und hier nehmen allen voran Erklärvideos eine herausragende Stellung ein. Setzen Händler also bei der Produktvorstellung auf eine gute Mischung aus Fotos und Videos, werden sie zusammen mit Deep Links zu den jeweiligen Produkten eine hohe Viralität erreichen, bestätigt Roland Fesenmayr, Vorstandsvorsitzender der Oxid eSales AG, im Gespräch mit Markt in Grün. Gut ist an dieser Entwicklung auch deren einfache Machbarkeit. Denn in dem Maße, wie sich durch Instagram & Co. die Bildsprache verändert hat, sind auch deren Produktionen dank der höheren Kompetenz im Markt deutlich günstiger geworden, so Fesenmayr. Und sie sind nicht mehr Teil des klassischen Werbebudgets, sondern können grundsätzlich viel authentischer produziert werden. Es sind dann eben genau diese Mehrwerte, die den Kunden überzeugen.

Social Media ist nur ein Teilbereich der Digitalisierung und umfasst noch viel mehr. Blockchain, E-Commerce, bargeldloses Zahlen und andere Themen betreffen auch Gartencenter. Markt in Grün arbeitet deshalb die unterschiedlichen Punkte auf und liefert Lösungen. In jeder Ausgabe von Markt in Grün finden Sie einen Artikel dazu und wenn Sie noch kein Abo haben, dann testen Sie das Markt in Grün Mini-Abo für zwei Monate.

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07.03.2019