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Gartenbau fordert Unterstützung

Vor dem aktuellen Hintergrund der Dürreperiode befragte der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) seine Mitgliedsbetriebe nach der Betroffenheit und dem wirtschaftlichen Ausmaß des Extremwetterereignisses. Die Branche fordert eine Unterstützung der Politik mittels einer Risikovorsorge zur Absicherung für solche Vorkommnisse.

Blume in Wüste
Aktuelle Dürre führt zu Forderungen an die Politik.
Foto: klimkin/pixabay

Fast 900 Betriebe aus allen Fachrichtungen des Gartenbaus beteiligten sich an der Umfrage des ZVG. Die Ergebnisse verdeutlichen die unterschiedliche Betroffenheit: 6,5 Prozent der teilnehmenden Unternehmer stuften die eigene Situation als existenzgefährdend ein. Die Marktlage wird von fast 15 Prozent als gefährlich angesehen, da beispielsweise die Absatzmärkte nicht mehr bedient werden können. Für rund 73 Prozent der Betriebe ist der entstandene Mehraufwand der letzten Wochen ärgerlich bis sehr ärgerlich. Aber auch 6 Prozent der Teilnehmer melden keine außergewöhnlichen Konsequenzen durch die langanhaltende Hitze.

Nahezu alle Gartenbaubetriebe können ihre Kulturen bewässern. Doch in vielen Gartenbauunternehmen sind die betrieblichen Wasserreserven bereits knapp. Der erhöhte technische Aufwand und die extreme Belastung der Arbeitskräfte selbst sind eine Folge der langen Trockenheit und Hitze. Zudem können zusätzliche Kosten für die Bewässerung für den Wasserbezug entstehen. Darüber hinaus führt die langanhaltende Hitzeperiode zu Schäden an Kulturen, die den Marktwert schmälern oder den kompletten Ausfall der Kultur bedeuten.

Auch wurden die Betriebe nach einer sofortigen staatlichen Unterstützungshilfe befragt. Dabei hofft die Hälfte der Betriebe auf eine solche Maßnahme. Im Mittelpunkt steht aber die Hilfe zur Selbsthilfe: 70 Prozent der Befragten wünschen sich Unterstützung durch eine steuerliche Risikoausgleichsrücklage, 30 Prozent setzen auf vergünstigte Versicherungslösungen. Dies bestätigt die Position des ZVG, der seit langem eine Unterstützung der Politik bei der unternehmerischen Risikovorsorge fordert. Auf diese Forderung hat der ZVG zuletzt im Rahmen einer Verbändeanhörung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hingewiesen.

„Die Betriebe müssen in wirtschaftlich guten Zeiten steuerfreie Rücklagen bilden können, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten aufgelöst werden können. Eine solche steuerliche Risikorücklage stellt eine zusätzliche Liquiditätshilfe bei Wetterrisiken und Quarantäneschädigern dar. Darüber hinaus kommt es jetzt auf die Bundesländer der betroffenen Regionen an, Voraussetzungen für Finanzhilfen zu schaffen“, fasst ZVG-Präsident Jürgen Mertz die Umfrage zusammen.

Extreme Wetterereignisse nehmen zu und verändern die Risikolage der Gartenbaubetriebe. Nicht nur die Dürre in diesem Jahr betraf die Branche. Im vergangenen Jahr kam es zu Ernteausfällen aufgrund von Frostnächten. Aber auch die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten und sogenannten Quarantäneschädigern nimmt zu.

10.08.2018