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Gardena trotz der Krise

Die Ulmer Gartenmarke Gardena geht gestärkt aus der Corona-Krise hervor. So konnte das Unternehmen seinen Umsatz seit Jahresbeginn deutlich steigern. Zudem steht Gardena mit neuen Produkten in den Startlöchern.

Pär Åström, President der Gardena Division, (links) und Tobias M. Koerner, Vice President Global Sales
Pär Åström, President der Gardena Division, (l.) und Tobias M. Koerner, Vice President Global Sales.
Foto: Gardena/Wettels

„Gardena konnte das Wachstum der letzten fünf Jahre weiterführen. Und auch 2020 verzeichnen wir bisher eine sehr positive Wachstumsrate“, berichtete Pär Åström, President der Gardena Division, im Rahmen einer Online-Pressekonferenz. So konnte Gardena den Umsatz im ersten Halbjahr 2020 auf 637 Millionen Euro steigern im Vergleich zu 569 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Corona-Pandemie und die damit verbundene wirtschaftliche Krise konnte der positiven Geschäftsentwicklung der letzten Jahre somit kaum etwas anhaben, im Gegenteil. „Dadurch, dass Urlaube in diesem Sommer schwierig sind und die Menschen viel Zeit zuhause verbringen, gibt es eine rapide Zunahme der Nachfrage nach unseren Produkten, der wir versuchen nachzukommen“, erklärt Åström. Der Wachstumskurs der Ulmer Gartenmarke setzt sich somit ungebrochen fort. Im gesamten Geschäftsjahr 2019 hatte Gardena einen Umsatz von 790 Millionen Euro erzielt.

Ein Akku für alles

Bei der virtuellen Neuheitenpräsentation ging Gardena auch auf die Veränderungen im Sortiment ein. Vor kurzem gab das Unternehmen bereits bekannt, dass man sich künftig an der „Power for All Alliance“ beteilige . Ziel dieser Kooperation ist, mit weiteren führenden Marken ein herstellerübergreifendes Akku-System für Produkte rund ums Zuhause zu bieten. Zugrunde liegt die Akku-Technologie von Bosch, die ihr Akku-System für andere Hersteller geöffnet und damit das Fundament für die Allianz gelegt haben.

Zur kommenden Gartensaison stellt Gardena sein gesamtes 18 Volt-Sortiment auf das Bosch-Akku-System um. „Die Vision ist, eine Art umfassendes Ökosystem zu schaffen. Der Kunde soll die Möglichkeit haben, einen Akku für alle Geräte in Haus und Garten zu nutzen. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch nachhaltig, da Ressourcen geschont werden“, erläutert Pär Åström den strategischen Schritt. Bis zur Gartensaison 2020/21 will Gardena etwa zehn Produkte auf die neue Akku-Technologie umstellen. Kunden, die bereits 18-Volt-Produkte von Gardena besitzen, werden aber auch weiterhin bedient. Verkauft werden die Vorgängermodelle künftig jedoch nicht mehr.

Flexibel und praktisch

Neben dem angepassten Akku-Sortiment bringt Gardena noch diverse andere neue Produkte auf den Markt. Bei der Produktentwicklung standen dabei vor allem die Einfachheit der Handhabung und die Erleichterung der Gartenarbeit im Fokus. So wird bereits diesen Herbst ein neuer Laub- und Rasensammler ins Sortiment genommen, mit dem auch große Mengen bequem entsorgt werden können. Zur kommenden Gartensaison kommt eine Garten-Schlauchbox hinzu, die sich frei im Garten platzieren und rundum schwenken lässt. Neue Sensoren sowie Steuerungseinheiten, die sich via Bluetooth-Verbindung auch bequem per App bedienen lassen, ermöglichen ab nächstem Jahr zudem eine effiziente und sparsame Gartenbewässerung. Mit dem ‚Sileno minimo‘ gibt es darüber hinaus einen neuen Mähroboter für kleinere Gärten.

Zudem wird die Produktrange um das ‚ClickUp!‘-System erweitert. Dabei lassen sich verschiedene Aufsätze, wie ein Insektenhotel, eine Pflanzschale oder eine Vogelfutterstation, im Handumdrehen auf einen Stiel setzen und flexibel austauschen. Damit will Gardena an den Systemgedanken anknüpfen, den sein Gartengeräte-Sortiment bietet.

Investitionen in alle Standorte

Die gute wirtschaftliche Situation bietet Gardena auch die Möglichkeit, in das eigene Unternehmen zu investieren. „Das Jahr hat mit besonderen Herausforderungen begonnen. Aber wir sind bislang gestärkt aus dieser Zeit hervorgegangen. Das haben wir vor allem auch unseren Mitarbeitenden zu verdanken, die in dieser besonderen Situation viel Umsicht und Engagement gezeigt haben“, resümiert Pär Åström die letzten Monate. "Das gute Halbjahresergebnis bietet uns nun die Chance, neue Investitionen zu tätigen und unsere Marke weiter zu stärken.“

So wurden seit dem Jahreswechsel 90 Beschäftigte eingestellt, die vor allem in den operativen Bereichen von Logistik und Produktion tätig sind. Angesichts des fortgesetzten Wachstums baut Gardena zudem seine Kapazitäten aus. Die größte Maßnahme ist die Erweiterung des Werks in Heuchlingen. Die Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus soll noch in diesem Jahr erfolgen. In Summe belaufen sich alle Investitionen an deutschen Standorten auf 32 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere Investitionen im Ausland, beispielsweise in die tschechischen Werke in Vrbno und Třinec.

23.07.2020