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Endgültiges Aus für Stihl-Kalender

Stihl wird seinen Kundenkalender 2021 endgültig einstellen. Dies hat das Unternehmen im Nachgang zu einem Diskurs ausgerechnet im Husqvarna-Land Schweden mitgeteilt.

Stihl Kalender
Auch wenn gelegentlich Männer den Kalender füllten: In Schweden konnte das Produkt der Genderdebatte nicht standhalten.
Foto: Stihl

Wie der Europäische Wirtschaftsdienst mitteilt, hatte die schwedische Forstagentur im Dezember die Devise ausgegeben, keine Geräte von Stihl mehr zu beschaffen, solange weiterhin Kalender mit wenig bekleideten Frauen veröffentlicht werden.

Tatsächlich hatte Stihl die Ausgabe des Kalenders an Kunden in Schweden bereits vor zwölf Jahren eingestellt. Den nun aufgekommenen gesellschaftlichen Disput nahm man in Waiblingen jedoch derart ernst, dass man sich zu dem finalen Schritt entschloss.

Neue Denkanstöße und Einsichten gewonnen

"Es ist richtig, dass Stihl die Produktion und Distribution des Kalenders mit der Ausgabe 2020 eingestellt hat. Hintergrund dieser Entscheidung sind gesellschaftliche Entwicklungen, die sich bereits seit längerer Zeit abzeichnen, deren Debatten und Kontroversen wir bei Stihl sehr genau verfolgt und diskutiert – und in deren Verlauf wir neue Denkanstöße und Einsichten gewonnen haben", heißt es dazu aus der Unternehmenszentrale. Konkret und aktuell habe die global geführte Geschlechterdebatte Ende des vergangenen Jahres in Schweden zu einer erneuten breiten gesellschaftlichen Auseinandersetzung über Gender Equality geführt. Ausgangspunkt der Diskussion sei diesmal die Forstwirtschaft gewesen und dort wurde eben auch der Stihl-Kalender als negatives Beispiel äußert kritisch diskutiert.

Globale Verantwortung

"Als weltweit agierendes Unternehmen sind wir ein Teil der vielen verschiedenen Gesellschaften, in denen wir tätig sind. Nicht alle verfolgen die gleichen Entwicklungslinien, und auch dort, wo dies der Fall ist, befindet sich die Debatte oftmals auf einem unterschiedlichen Stand. Die Diskussion in Schweden hat uns gezeigt, dass unser Kalender dem heutigen Anspruch nicht mehr gerecht wird. Trotz seiner Weiterentwicklung hin zu einem künstlerisch anspruchsvollen Produkt und trotz der Tatsache, dass wir ihn alljährlich intensiv diskutiert haben", räumt Stihl ein. Der Kalender sei als persönliche und gesellschaftliche Werte verletzend empfunden worden. Man habe nun als Unternehmen die Frage beantworten müssen, wie man sich dazu verhalte.

06.02.2020