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Deutscher Heimtiermarkt im Plus

Fast 5 Milliarden Euro wurden 2018 hierzulande mit Heimtiernahrung und -bedarf umgesetzt.

Heimtiermarkt Deutschland 2018
Der deutsche Heimtiermarkt wächst.
Foto: ZFH

Insgesamt wurden 2018 in der Warengruppe 4,948 Milliarden Euro umgesetzt, 4,223 Milliarden Euro davon entfielen auf den Fach- und Lebensmitteleinzelhandel, was einem Umsatzplus von 1,5 Prozent entspricht, sowie 625 Millionen Euro auf den Online-Handel. Für Wildvogelfutter gaben deutsche Verbraucher im vergangenen Jahr 100 Millionen Euro aus. Damit hält die Branche das hohe Umsatzniveau der Vorjahre und entwickelt sich weiterhin positiv. Der Umsatz mit „Heimtier-Fertignahrung“ im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel übertraf das Ergebnis aus dem Jahr 2017 mit 3,226 Milliarden Euro um 1,7 Prozent und blieb somit auf konstantem Niveau. Das Segment „Bedarfsartikel und Zubehör“ legte wie schon im Vorjahreszeitraum im stationären Handel zu und verzeichnete mit einem Umsatz von 997 Millionen Euro ein Plus von 1,0 Prozent.

Hundefutter auf Wachstumskurs

Mit einem Wachstum von 4,5 Prozent setzte der Markt für Hundefutter den Positiv-Trend der Vorjahre auch 2018 fort und behauptete sich mit einem Umsatz von 1.446 Millionen Euro im stationären Handel. Wachstumstreiber waren die Segmente „Feuchtfutter“ (473 Mio. Euro, plus 6,3 Prozent) und „Snacks“ (538 Mio. Euro, plus 4,9 Prozent). Auch der Bereich „Trockenfutter“ legte mit einem Umsatz von 435 Millionen Euro zu (plus 2,1 Prozent). „Die Praxis der Mischfütterung mit Feucht- und Trockennahrung und die Fütterungsvorteile von Einzelportionspackungen sind sicherlich mitverantwortlich für das Wachstum bei Feuchtfutter“, erklärt Georg Müller, Vorsitzender des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V. „Auch Snacks mit funktionalem Zusatznutzen sowie Belohnungsartikel sind weiterhin sehr gefragt und führen ebenfalls zu einem weiteren Wachstum in dieser Kategorie.“

Katzenfutter größtes Segment

Der Katzenfuttermarkt blieb auch im Jahr 2018 das größte Futtersegment, musste aber mit einem Umsatz von 1.577 Millionen Euro im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel gleichwohl ein leichtes Minus von 0,4 Prozent hinnehmen. Wachstumstreiber war hier ebenfalls eindeutig das Segment „Snacks“ (238 Mio. Euro, plus 3,5 Prozent). Auch der Bereich „Trockenfutter“ (299 Mio. Euro, plus 0,3 Prozent) entwickelte sich positiv. Lediglich das Segment „Feuchtfutter“ ging im Gegensatz zum Vorjahr leicht zurück (1.040 Mio. Euro, minus 1,4 Prozent). „Snacks bieten heute mehr als guten Geschmack, sie bieten einen Zusatznutzen. Insgesamt wird bei Futtermitteln auf noch mehr Qualität geachtet, sowohl bei Trocken- als auch bei Nassfutter“, so Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF). „Das anhaltende Wachstum erklärt sich auch mit dem Trend zu kleineren Packungsgrößen, welche unterstützen, dass das Futter regelmäßig frisch in den Napf kommt.“

Kleintierfutter im Minus

Das Segment Kleintierfutter blieb hinter Katzen- und Hundefutter drittstärkste Kraft bei den Futtermitteln, verzeichnete jedoch im Jahr 2018 in den klassischen Vertriebswegen Umsatzeinbußen von minus 2,3 Prozent und sank auf 85 Millionen Euro. Auch die Umsätze am Markt für Zierfischfutter gingen zurück (52 Mio. Euro, minus 3,7 Prozent), während sich der Bereich Ziervogelfutter im stationären Handel positiv entwickelte und ein Umsatzplus von 1,5 Prozent auf 66 Millionen Euro verzeichnete. Der Bereich „Bedarfsartikel und Zubehör“ verzeichnete nach der positiven Entwicklung im Jahr 2017 mit einem Umsatz von 997 Millionen Euro auch 2018 wieder ein leichtes Plus von 1,0 Prozent. Dennoch gab es in der Kategorie zwei eindeutige Wachstums-Gewinner: Dies waren wie schon im Vorjahr die Bereiche Hundezubehör (202 Mio. Euro, plus 5,2 Prozent) sowie Katzenzubehör (204 Mio. Euro, plus 3,0 Prozent). Das Segment Katzenstreu dagegen verzeichnete einen leichten Rückgang (282 Mio. Euro, minus 1,4 Prozent). Rückläufig waren auch die Zahlen bei Bedarfsartikeln und Zubehör für Kleintiere (95 Mio. Euro, minus 4,0 Prozent) und Ziervögel (32 Mio. Euro, minus
5,9 Prozent). Dafür verzeichneten die Zahlen bei Zierfischen ein Umsatzplus von 2,2 Prozent und der Umsatz stieg auf 182 Millionen Euro.

Fachhandel stärkster Absatzweg

Mit einem Umsatzanteil von 80 Prozent (795 Millionen Euro) blieb der Fachhandel auch im Jahr 2018 der wichtigste Absatzweg für Bedarfsartikel und Zubehör, während sich der Lebensmitteleinzelhandel (einschließlich Drogeriemärkten und Discountern) mit 63 Prozent als der Hauptabsatzweg für Heimtier-Fertignahrung behauptete (2.046 Mio. Euro). Zunehmend an Bedeutung gewinnt der Online-Handel. Für 2018 wird das Umsatzvolumen auf rund 625 Millionen Euro geschätzt. Das entspricht einem deutlichen Plus zum Vorjahr. Zudem wurden 100 Millionen Euro für Wildvogelfutter umgesetzt, zwei Millionen mehr als im Vorjahr.

Viele Heimtiere

Im vergangenen Jahr lebten in Deutschland 34,4 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel. Hinzu kamen zahlreiche Zierfische und Terrarientiere. Insgesamt gab es in 45 Prozent aller Haushalte in Deutschland Heimtiere. 63 Prozent aller Familien mit Kindern hatten ein Heimtier und 22 Prozent aller Haushalte mit Tieren besaßen mindestens zwei Heimtiere, so das Ergebnis einer haushaltsrepräsentativen Erhebung, von IVH und ZZF. Beliebtestes Haustier ist die Katze (14,8 Millionen), gefolgt von Hunden (9,4 Millionen), Kleintieren (5,4 Millionen) und Ziervögeln (4,8 Millionen) und Zierfischen. Die Zahl der Terrarien stieg um 200.000.

09.05.2019

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