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Das Freitagsinterview mit... Andrea Hölker, Projektleiterin IPM Essen

"Grün, Groß, Genial!" lautet das Motto der IPM Essen vom 28. -31. Januar. Auf welche Highlights und Neuheiten sich die Besucher freuen dürfen, verrät Andrea Hölker, Projektleiterin IPM Essen, im Markt in Grün Freitagsinterview.

Andrea Hölker
Andrea Hölker
Foto: Messe Essen GmbH

Markt in Grün:  Frau Hölker, „Grün, Groß, Genial!“, so lautet das Motto der IPM ESSEN 2020. Auf welche Highlights und Neuheiten dürfen sich die Besucher besonders freuen?

A. Hölker: Erneut wird die Messe Essen zum Treffpunkt Nummer eins der internationalen Gartenbaubranche. Über 1.500 Aussteller aus rund 50 Ländern zeigen ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen – vom Global Player bis zum Start-up. Zum ersten Mal findet die IPM ESSEN auf dem fertiggestellten modernisierten Messegelände statt. Aussteller und Besucher profitieren von modernster Technik und ansprechender Architektur. Wir freuen uns sehr, dass Frankreich 2020 das offizielle Partnerland der IPM ESSEN ist. Die „Grande Nation“ hat sich zur Aufgabe gemacht, die französische Lebensart zu vermitteln. Pflanzen und Blumen spielen dabei selbstverständlich eine übergeordnete Rolle. Bereits der erste Messetag wird für Pflanzenaussteller aus aller Welt ein besonderes Highlight sein. Dann werden die Gewinner des Neuheitenschaufensters in der Eröffnungsfeier bekannt gegeben. Ob Beet- oder Balkonpflanze, grüne oder blühende Zimmerpflanze, Frühlingsblüher, Stauden oder Gehölze – die Neuheitenpalette ist breit gefächert.

Welche Pflanzenthemen sehen Sie derzeit besonders im Trend?

Grüne Zimmerpflanzen –natürliche Luftreiniger – in den verschiedensten Formen und Blattfarben sind besonders bei der jüngeren Zielgruppe sehr beliebt und begehrtes Fotoobjekt auf Instagram und Co.. Dieser Trend wird auch 2020 wieder auf der Messe zu sehen sein. Darüber hinaus ändert sich das Umweltbewusstsein der Konsumenten. Insektenfreundliche Blumen sind auf dem Vormarsch ebenso wie kleine Obst- und Gemüsepflanzen für den biologischen Anbau zu Hause. Die Kundenwünsche haben sich geändert. Produktion, Verpackung und Transport der Pflanzen sollten so nachhaltig wie möglich sein. Der Klimawandel bringt es mit sich, dass auch die Anforderungen an die Eigenschaften der Pflanzen steigen: Sie sollten möglichst unempfindlich auf Hitze, Dürre aber auch Starkregen reagieren und pflegeleicht sein.

Die IPM ESSEN bietet ein umfangreiches Rahmenprogramm. Diesmal spannen Sie den Bogen von internationaler Floristik bis zum Gartenbau. Welche Themen rücken Sie besonders in den Fokus und warum?

Die IPM ESSEN hat viele Besucherzielgruppen: Gärtner, Baumschuler, Floristen, GaLaBauer, den Einzel- und Systemhandel, Betreiber von Gartencentern und viele mehr. Unseren Gästen möchten wir neben der reinen Produktschau einen weiteren Mehrwert bieten und haben daher wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm ausgearbeitet, das aktuelle Themen der Branche aufgreift, neue Ideen und Lösungsansätze hervorbringt. Das internationale Gartenbauforum beleuchtet den Gartenbau von Partnerland Frankreich. Es geht der Frage nach, wie Forschung, Zusammenarbeit und öffentliche Grünanlagen die Innovation und Qualität im Gartenbausektor voranbringen und die Bedeutung von Pflanzen für die Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität hervorheben können. In der Lehrschau „Grenzen verschwimmen – eine Branche im Wandel" geht es 2020 um den vorherrschenden Umbruch im Gartenbau bezogen auf die Ausbildung, die Art des Anbaus sowie die Unterteilung von Gartenbauprodukten. Der Bund Deutscher Baumschulen veranstaltet im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa" ein Seminar zum Thema „Nachhaltigkeit in der Kommune gestalten – Berichte aus der Freiraumplanung". Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen e. V. rückt bei seinem Zukunftskongress das Thema „Wege in die Zukunft – Unternehmensnachfolge erfolgreich gestalten" in den Fokus.

Und auch speziell für den Handel ist sicher wieder etwas dabei?

Richtig. Im IPM Discovery Center steht die Vermarktung von grünen Produkten und Dienstleistungen im Vordergrund. „Wir sprechen über Zukunft“ lautet die Überschrift für das Programm am 28. und 29. Januar in der angeschlossenen Speakers‘ Corner. Am Dienstag richten sich die Vorträge an kleine und mittelständische Unternehmen beispielsweise aus dem floristischen Einzelhandel. Am Mittwoch werden Organisationen und Handels-Systemstrukturen als Zielgruppe angesprochen. Diskutiert werden Themen aus der Markt-, Konsumenten-, Trend- & Zukunftsforschung. Der Donnerstag und der Freitag stehen dann ganz im Zeichen von Obst und Gemüse. Experten beleuchten Chancen und Herausforderungen dieses Sortiments für Gartencenter und den grünen Einzelhandel.

Dazu kommen zahlreiche Preisverleihungen. Highlights sind hier sicherlich die international ausgerichteten „Grower of the Year Awards“ und der „Show your Colours Award“, bei dem es um Storytelling zur Vermarktung von Pflanzen geht. Ein wahrer Augenschmaus werden die floristischen Live-Shows in der Green City, Halle 1A, sein. Unser Partner, der Fachverband deutscher Floristen – FDF, bringt angesagte Floraldesigner aus aller Welt auf die Bühne. Höhepunkt sind hier die Flower Battles am Freitag. Innerhalb von wenigen Minuten müssen die Teilnehmer live vor den Augen der Zuschauer aus einem Materialpool ihre Werkstoffe auswählen und daraus spontane blumige Arrangements kreieren. Das Publikum entscheidet, wer gewinnt.

Die IPM ESSEN ist per se eine internationale Ausstellung. In diesem Jahr ist Frankreich das offizielle Partnerland. Auf welche Spezialitäten darf man besonders gespannt sein?

Frankreichs Gartenbau blüht auf, und das dank der einzigartigen Vielfalt an Klimazonen, Böden, Landschaften und kulturellen Traditionen. Denn genau wie die Wein-, Käse-, Gastronomie- und Tourismusindustrie profitiert auch der französische Gartenbau von dieser außergewöhnlichen Vielfalt. Die lange Tradition von Zucht, Selektion und Anbau sowie die starken Identitäten der französischen Regionen sind in der Gartenbaubranche stark verwurzelt. Daher kann sie eine große Auswahl an hochwertigen Pflanzen vorweisen. Einige der bekanntesten und markantesten Pflanzenspezialitäten, die das Land hervorbringt, sind Rosen, Obstbäume, Rhododendren, Kamelien, Hortensien, Alpenveilchen, Chrysanthemen, Inkalilien, Dahlien und Lavendel.

Last not least, Ihr ganz persönlicher Aufruf, warum man sich die IPM ESSEN 2020 nicht entgehen lassen sollte.

Natürlich gibt es für mich persönlich keine schönere Messe als die IPM ESSEN. Der Frühling zieht für vier Tage in die Messehallen ein. Überall blüht und duftet es, während es draußen trist und grau ist. Die IPM ESSEN ist die Weltleitmesse des Gartenbaus. Keiner anderen Messe gelingt es, die gesamte Wertschöpfungskette so umfassend abzubilden. Hier trifft sich das Who-is-Who der internationalen grünen Branche und trotzdem herrscht eine vertraute, ja fast schon familiäre Atmosphäre. Unsere Besucher erhalten hier einen kompletten Marktüberblick, sehen neue Produkte und technische Innovationen. Zusätzlich fördert das Rahmenprogramm den Austausch neuester Erkenntnisse und gibt Handlungsempfehlungen für das tägliche Geschäft – ob in gartenbaulichen Produktionsfragen oder im Bereich des Gestaltens und Verkaufens. Wer die IPM ESSEN als Plattform nutzt, weiß wie er am Markt erfolgreich sein kann.

10.01.2020