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Der POS wird zur Erlebniswelt

Heute öffnet die Christmasworld ihre Türen. Neben neuen Produkten und Trends stehen die Themen Erlebnis und Emotionalisierung im Fokus. Was für den Handel interessant ist, hat Markt in Grün in Erfahrung gebracht.

Bei der Christmasworld erfährt man, wo der Trend in Sachen Dekoration hingeht.
Bei der Christmasworld erfährt man, wo der Trend in Sachen Dekoration hingeht.
Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Pietro Sutera

Nach dem Fest ist vor dem Fest: Dieses Motto gilt sowohl für Einkäufer als auch für Verantwortliche für die dekorative Flächengestaltung. Als Fachmesse für saisonale Deko und Festschmuck lockt die Christmasworld zahlreiche Aussteller und Fachbesucher aus der ganzen Welt nach Frankfurt. Auch für viele deutsche Gartencenter ist der Messebesuch ein Pflichttermin. „Die Christmasworld ist die wichtigste Weihnachtsmesse für uns, da alle Trends des kommenden Weihnachtsgeschäftes geballt präsentiert werden und alle wichtigen Aussteller vertreten sind“, sagt Grit Heinemann, Abteilungsleiterin Wohnambiente & Gastronomie bei Grönfingers. Zudem nutzt die Deko-Expertin bei der Messe die Gelegenheit, sich mit Geschäftspartnern auszutauschen und alle wichtigen Lieferanten persönlich anzutreffen, um die vergangene Saison gemeinsam auszuwerten und gegebenenfalls Reklamationsabwicklungen zu besprechen. Im Fokus ihres Besuchs stehen aber auch Trends, Raritäten, regionalen Besonderheiten und ansprechenden Warenpräsentationen die sie für ihre Produktpalette benutzen kann. „In diesem Jahr sind wir insbesondere auf der Suche nach Beleuchtung, umweltfreundlichen Verpackungen und Themenwelten", führt Grit Heinemann aus.

Online und offline verschmelzen

Der stationäre Handel steht vor der Herausforderung, sich so aufzustellen, dass er gegenüber dem Online-Handel konkurrenzfähig bleiben kann. Das betrifft auch die Gartencenterbranche. Zwar bevorzugen es viele Kunden heute immer noch, lebendes Grün vor dem Kauf persönlich unter die Lupe zu nehmen. Bei anderen absatzbringenden Produktgruppen wie den Gartengeräten gehen viele Kunden mittlerweile allerdings auch gerne auf Shoppingtour im Netz. Um Fachhändler dabei zu unterstützen, sich an die veränderten Einkaufsgewohnheiten des „hybriden Kunden“ anzupassen, der sowohl online aktiv ist als auch im Laden einkauft, haben die Messeveranstalter die Erlebnisorientierung am POS in diesem Jahr zum Leitthema gemacht. Denn dadurch kann man das Einkaufen attraktiver gestalten und die Verweildauer verlängern. „Künftig werden Umsätze über Erlebnisse generiert und nicht mehr rein über das Produkt“, weiß Eva Olbrich, Leiterin der Christmasworld. „Teil eines Brands oder einer Lebenswelt zu werden ist der neue Anreiz zum Kauf. Dafür bietet die Christmasworld Inspiration wie keine andere Konsumgütermesse.“

Die neue Sonderpräsentation von 2dezign setzt das Maritime in Szene.
Die neue Sonderpräsentation von 2dezign setzt das Maritime in Szene.
Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH

In Halle 9.0 werden beispielsweise neue Produkte und innovative Konzepte im Bereich visuelle Absatzförderung und Beleuchtung gezeigt. In der Galleria 1 ist außerdem die Sonderpräsentation „Decoration unlimited – Dark Ocean“ des Designduos 2dezign platziert. Die Fläche liefert Deko-Ideen im Maritim-Look und animiert zum Storytelling am POS. Inspiration in Sachen angesagtes Design bieten die Christmasworld Trends 20/21, die vom Stilbüro bora.herke.palmisano entwickelt werden. Ein Besuch der Fläche in Halle 11.0 liefert Antworten auf die Frage, welche Farben, Materialen und Designs in der kommenden Saison gefragt sind – sowohl zu Weihnachten als auch zu anderen Jahreszeiten und festlichen Anlässen wie Hochzeiten oder Geburtstagen.

Zielgruppengerechte Ansprache

Wer seine Kunden langfristig an sich binden will, muss wissen, was diese vom stationären Handel erwarten und dem Anspruch im Rahmen des Möglichen gerecht werden. Mehr Licht ins Dunkel bringt die Studie „Strukturwandel im Handel: Die Sicht des Konsumenten“, welche die Messe Frankfurt beim Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse zeigen, dass Kunden vom stationären Handel vor allem ein breites Sortiment, digitale Präsenz, Wohlfühlatmosphäre und Beratung erwarten. Zudem lassen sich anhand der Studie drei Shopper-Typen ableiten, die verschiedene Anforderungen stellen: Erlebnis, Convenience oder Service.

Wie sich die unterschiedlichen Zielgruppen erreichen lassen, zeigt der Retail BLVD in Galleria 0. „Hier bilden wir die klassische Customer Journey von Bedürfnis bis Kundenbindung ab und möchten den Messebesuchern neue Impulse für ihre Kundenansprache geben“, kommentiert Boris Hedde, IFH-Geschäftsführer. Dargestellt wird das in Form einer inszenierten Ladenstraße, die aus drei verschiedenen Themenhäusern besteht: dem Social Media Playground, der das Thema Inspiration in den Mittelpunkt rückt, dem Experience House, bei dem das Einkaufserlebnis fokussiert wird, und dem Convenience House, in dem es um den bequemen, schnellen Einkauf geht. Das Ziel: Lösungen für den stationären Handel zeigen, die einfach und schnell umsetzbar sind. Alle drei Häuser laden explizit auch zur Interaktion ein. Neben Kurzvorträgen werden Live-Präsentationen und Führungen geboten. Der einem Marktplatz nachempfundene Market Square bietet zudem die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Besuchern und Experten.

Mehr Ideen fürs Cross-Selling

Parallel zur Christmasworld finden auf dem Gelände die Schwestermessen Creativeworld und Paperworld statt. Auch für die grüne Branche lohnt sich der Besuch, denn hier kann man kreative Cross-Selling-Neuheiten aus den Bereichen DIY, Geschenk, Papeterie und Hobby entdecken.
Die Paperworld nimmt in diesem Jahr das Thema New Work in den Blick. Denn aufgrund der Digitalisierung wachsen Leben und Arbeiten immer stärker zusammen und die Anforderungen der Kunden an ihren Wohnraum und an ihren Arbeitsplatz verändern sich stetig. Dadurch sind neue Produkte und Lösungen im Produktsegment Office und Stationary gefragt. Was sich konkret verändert, erfahren die Fachbesucher in Führungen durch das Areal. In Vorträgen werden zudem smarte Büroraumkonzepte vorgestellt. Besonders praktisch: Der Express-Shuttle bringt einen vom Außenbereich der Hallen 9/11 zum Eingang der Paperworld in Halle 3.

Die Creativeworld in den Hallen 4.1 und 4.2 zeigt wiederum, was in Sachen Do-It-Yourself im Trend liegt. Das Thema Individualisierung ist im Fokus. Denn Kunden suchen immer stärker nach Angeboten, die auf den persönlichen Geschmack zugeschnitten sind. „Wir haben die Zeichen bereits vor zehn Jahren erkannt und die Creativeworld als eigenständige Fachmesse für Hobby-, Bastel- und Künstlerbedarf etabliert. Heute sind wir mit mehr als 350 Ausstellern aus aller Welt eine bunte Community, die sich austauscht, gemeinsam Neues entwickelt und beweist, dass DIY glücklich macht“, so Michael Reichold, Leiter Paperworld und Creativeworld. Ungewöhnliche Beispiele für eine individuelle Ansprache jüngerer Zielgruppen bietet das Konzeptareal „Street Art“. Hier erfährt man, wie das Trend-Thema Graffiti in die POS-Präsentation integriert werden kann: Künstler Carlos Lorente von der Style Scouts Graffiti Akademie wird ein handelstaugliches Konzept entwickeln.

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24.01.2020