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BHB GardenSummit - die grüne Lust nutzen

Gestern fand in Köln der GardenSummit 2018 des BHB statt. In etlichen Vorträgen spannten Referenten aus der grünen Branche den Bogen von nüchternen Marktzahlen bis zu inspirierenden Szenarien.

BHB Gardensummit 2018
BHB Gardensummit 2018
Foto: BHB

„Amazon kann alles. Außer Garten!“, lautete das Motto der Veranstaltung, das jedoch mehr als Denkanstoß, denn als ernst gemeinte Überzeugung verstanden werden sollte. Denn schon zum Auftakt gab Kai Kächelein, kommissarischer Vorstandssprecher des BHB, in seinem Rück- und Ausblick über den Gartenmarkt zu bedenken, dass die Umsatzzahlen derzeit zwar noch für eine starke Position des stationären Handels gegenüber Amazon & Co. sprechen. Laut BHB werden aktuell 24,5 Prozent der Umsätze im Gartensortiment in Bau- und Heimwerkermärkten erzielt und 15,3 Prozent über Fachgartencenter. Auf den Versandhandel entfallen dagegen nur 3,7 Prozent. Doch das werde nicht so bleiben. Gerade im letztgenannten Bereich zeichne sich bereits jetzt das größte Wachstum ab. „Wir verstehen diese Entwicklung als ultimative Aufforderung, die eigenen Geschäftsmodelle zu optimieren“, sagte Kächelein. Der stationäre Handel müsse sein Profil und seine Kernkompetenz noch stärker herausstreichen, betonte er. Die Herausforderung bestehe darin, den Kunden deutlicher in den Fokus zu rücken und die stationäre Performance durch neue, zeitgemäße Flächenkonzepte inklusiver digitaler Angebote mit echtem Mehrwert zu stärken. Daneben gelte es, eine Cross-Channel-Excellence aufzubauen, überzeugende Logistikleistungen inklusive. Einen interessanten Aufruf richtete Kächelein an die Partner aus der Industrie, denen er in diesem Punkt zu „mehr Selbstbewusstsein“ im Austausch mit dem Handel riet.

Chance für Fachgartencenter

Wie der anschließende Beitrag von Christian Knapp, Head of Retail Home bei der GfK, offenbarte, ist insbesondere bei den Fachgartencentern noch Luft nach oben. Denn gerade in dieser Vertriebslinie bieten sich viele Chancen für erlebnisorientierte Einkaufskonzepte, die die Branche offensichtlich jedoch noch besser ausspielen könnte, um sich von Baumärkten, und dem Onlinehandel, aber auch Möbelhäusern, dem Lebensmitteleinzelhandel und Discountern, die in Teilen in das Gartensegment vordringen, abzuheben. Ein zugegeben ambitioniertes, jedoch inspirierendes Szenario, wie dies gelingen könnte, zeichnete Jens Fischer, Inhaber der Agentur K.U.L.T.Objekt. Er riet dem Gartenfachhandel, den „Grüne Lust“-Faktor stärker herauszustellen. „Wir wollen heute alle grüner leben“, skizzierte er den Gesellschaftstrend, Gartencenter könnten dieses Bedürfnis perfekt erfüllen, wenn es ihnen gelänge, beim Verbraucher den „will haben“-Effekt zu erzeugen. Der wichtigste strategische Erfolgsfaktor dafür sei der POS, der den Shop zum „gesuchten Ort“ mache, ein weiterer wesentlicher Aspekt ein gelungenes Storytelling rund um Produkte, aber auch zur eigenen Einkaufsstätte.

Einkaufserlebnis im Fokus

Authentizität, Nachhaltigkeit, Regionalität und Qualität sind weitere Stichworte, die auch andere Referenten am gestrigen Tag immer wieder als Erfolgsfaktoren für den grünen Handel ins Feld führten. So etwa Landgard-Geschäftsführer Dirk Bader, Andreas Löbke, der die Zielgruppe Generation Y fokussierte, oder Mahsa Saoudi von Bazaarvoice, einem führenden Shopping-Netzwerk-Anbieter, die auf Basis des hauseigenen Shopper Experience Index über den richtigen Kundenfokus und innovative Einkaufserlebnisse berichtete. Mobile Shopping und Empfehlungsmarketing gehören demnach ebenso in den Angebotsmix wie emotionale Präsentationen. Kundengruppen und Kaufgewohnheiten, Absatzstrukturen und Gartentrends standen im Mittelpunkt des Vortrags von Michael Schäfenacker, Geschäftsführer von NoceanZ market-research, der Gartencentern etwa bei Gartenmöbeln und Grills noch Chancen insbesondere im hochwertigen Bereich attestierte.

06.09.2018