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„Wasser marsch“ im Handumdrehen

Neue Lösungen auf dem Gebiet der Bewässerung sind komfortabel, ressourcenschonend und zum Teil schon smart. Der Handel kann auf eine große Angebotsvielfalt zurückgreifen, mit der sich jede Zielgruppe ¬erreichen lässt: Von umweltbewusst bis technikaffin.

Bewässerungsschlauch von Kärcher
Trendthema im Sommer ist Bewässerung. Mit einer guten Vermarktung locken Sie die Kunden ins Gartencenter.
Foto: Kärcher

Spätestens der lange und warme Sommer 2018 hat die effiziente Bewässerung wieder stärker in den Fokus der Verbraucherinnen und Verbraucher gerückt. Denn es zeigte sich einmal mehr: Optimale Bewässerung bei Blumen, Beeten, Rasen, Hecken, Sträuchern und Bäumen ist gar nicht so einfach, vor allem wenn man kein Profi ist oder nur wenig Zeit hat. Häufig wird zu wenig beziehungsweise zu viel bewässert, oder die Zufuhr erfolgt zum falschen Zeitpunkt. Die Hersteller wollen es dem Endverbraucher daher so leicht wie möglich machen: Automatisierte Systeme, die sich zum Teil auch per App oder Sprachbefehl steuern lassen, übernehmen die Bewässerung eigenständig. Wer sich noch selbst darum kümmern will, kann auf immer nutzerfreundlichere Lösungen zurückgreifen.

Der Natur zuliebe: machhaltige Bewässerung

Rund 39 Millionen Ergebnisse spuckt Google aus, wenn man „Nachhaltigkeit“ eintippt. Das verdeutlicht einmal mehr, welchen gesellschaftlichen Stellenwert das Thema mittlerweile eingenommen hat. Betrachtet man das breit gefächerte Sortiment im Gartencenter, stellt man fest: Kaum ein Produkt kommt heute ohne dieses Verkaufsargument aus – auch nicht die Lösungen für Bewässerung. Die Hersteller widmen sich dem Thema jedoch in unterschiedlicher Art und Weise: Viele Produkte ermöglichen heute einen sparsamen, ressourcenschonenden Wasserverbrauch oder setzen auf die Gebrauchtwassernutzung. Kärcher bietet etwa mit seinen druckerzeugenden Gartenpumpen die Möglichkeit, mit Brunnen- oder Regenwasser zu bewässern. „Wer statt kostbarem Trinkwasser alternative Quellen nutzt, entlastet nicht nur die Haushaltskasse, sondern handelt auch ökologisch nachhaltig“, erklärt der Hersteller. Das britische Unternehmen Hozelock fährt wiederum eine andere Strategie, um mit dem Thema Nachhaltigkeit zu punkten: Im Rahmen der ‚Plant a Pot‘-Kampagne animiert der Hersteller dazu, Töpfe mit bienenfreundlichen Blumen zu bepflanzen. Die neue ‚Pure‘-Bewässerungsserie soll dabei unterstützen, dass das „Bienenbüffet“ gedeiht. Gartencentern, die Hozelock-Produkte anbieten, stellt das Unternehmen Displays zur Verfügung und gibt Tipps für die POS-Präsentation, etwa mittels Pflanzbeispielen. Von kreativen Marketingkonzepten, die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen, kann demnach auch der Handel auf dem Gebiet der Bewässerung deutlich profitieren.

Garantiert langlebig: so lange halten die Bewässerungssysteme

Nachhaltigkeit äußert sich jedoch nicht nur darin, dass Umwelt und Natur geschont werden. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher versuchen, ihren Konsum im Allgemeinen einzuschränken. Dafür sind sie auch bereit, etwas mehr auszugeben – sofern sie dafür ein qualitativ hochwertiges Produkt bekommen, das ihnen über lange Zeit Freude macht. Das gilt auch für die Bewässerung. Die ‚NTS‘-Schlauchserie, die der italienische Hersteller FITT auf der spoga+gafa 2018 vorgestellt hat, hält ­beispielsweise hohem Druck bis 27 bar sowie UV-Strahlen stand. In Kombination mit einer Algenschutzschicht kann FITT eine Garantie von 30 Jahren auf seine NTS-Produkte geben. Eine lange Lebensdauer aufgrund hochwertiger Materialien und guter Verarbeitung verspricht auch Kärcher bei seinem neuen ‚Performance Premium‘-Gartenschlauch. Dank Mehrschichtgewebe ist der Schlauch flexibel und knickfest, was die Haltbarkeit zusätzlich erhöht. Die innovative „Anti-Verdreh-Technologie“ verhindert außerdem, dass sich der Schlauch während der Bewässerung verheddern kann, wodurch dem stetigen Wasserfluss nichts mehr im Weg steht.

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Bewässerung leicht gemacht

Der neue Siena Garden Gießstab
Die Griffe der ¬Multifunktionsbrause und des Gießstabs sind ergonomisch geformt.
Foto: Siena

Auch das Easy Gardening spielt im Bewässerungssegment eine wichtige Rolle. Das Ziel: Die Gartenarbeit soll möglichst komfortabel sein und mühelos von der Hand gehen. Karasto hat beispielsweise das Gewicht seiner GEKA-Gießgeräte der ‚classic plus‘-Serie reduziert, indem das Messing-Kugelventil, das den Wasserdurchfluss regelt, durch ein Ventil aus Aluminium ersetzt ist. Das Handstück mit isolierendem Griff schützt vor kalten Fingern. Zudem hat Karasto das Angebot an Schlauchwägen um das kleinere Modell ‚P25‘ ergänzt, das platzsparend verstaut werden kann. Die ergonomische Griffposition und die gummierte Grifffläche erleichtern das Handling. Und auch Siena Garden setzt auf „easy“ Bewässerung: Die Griffe der ­Multifunktionsbrause und des Gießstabs sind ergonomisch geformt, und die Strahlmuster beziehungsweise die Gießrichtung sind verstellbar, je nach Anwendungsbereich. Ein praktisches Komplettsystem bietet wiederum FITT mit der ‚YOYO Club‘-Serie. Die Multifunktions-Bewässerungspistole hat beispielsweise einen Weichgummigriff, der sich auch mit nassen Händen sicher fassen lässt, und ist mit einem Durchflussregler mit Daumenbedienung ausgestattet.

Trend Automatisierung

Dass die Digitalisierung langsam, aber sicher auch den Garten und insbesondere die Bewässerung erobert, ist nicht verwunderlich. Schließlich werden dadurch zwei zentrale Aspekte kombiniert: Ressourcenschonung und Komfort. Die neuen vollautomatischen Steuerungs-Modelle ‚Flex‘, ‚Select‘ und ‚Master‘ von Gardena erleichtern beispielsweise den effizienten und sparsamen Umgang mit Wasser. Gleichzeitig bewässern sie die Pflanzen optimal und zuverlässig. Die Einstellungen können ganz bequem vom Liegestuhl aus erfolgen, denn die Bedieneinheit lässt sich einfach abnehmen. Ein Sensor, der über ein Kabel angeschlossen werden kann, misst die Bodenfeuchte, sodass bei ausreichend Feuchtigkeit eine Bewässerung unterbunden wird, um Wasser zu sparen. Eine Möglichkeit zur bedarfsgerechten Bewässerung von kleinen Flächen wie Beeten oder Töpfen bietet Hozelock mit dem ‚Easy Drip‘-Sortiment. Einzelne Bewässerungseinheiten, die über einen Schlauch verbunden sind, sorgen dafür, dass Pflanzen bedarfsgerecht versorgt werden – Tropfen für Tropfen. Eine Steuerungseinheit ermöglicht es, die Bewässerungszeiten zu individualisieren.

Smart Watering

Smarte Bewässerung
Der Hersteller viRaTec setzt bei seinem ‚MIYO‘-System auf solarbetriebene Sensoren.
Foto: viRaTec

Doch es geht nicht nur digital, sondern auch smart. Das bedeutet, dass die Komponenten für Bewässerung intelligent miteinander vernetzt sind und zentral gesteuert und kontrolliert werden können – auch aus der Ferne. Das ‚Eve Aqua‘-System ermöglicht es beispielsweise, automatische Zeitpläne für die Bewässerung zu erstellen. Benötigt das Gras mehr Feuchtigkeit, lässt sich der Rasensprenger via Siri, der ‚Eve‘-App oder direkt am Gerät per Knopfdruck aktivieren. Mit seinem ‚Watering System Duo Smart Kit‘ bietet auch Kärcher neuerdings eine smarte Bewässerungslösung, die man per Sprachsteuerung bedienen kann und die auf Echtzeit-Wetterdaten zurückgreift. Der Hersteller viRaTec setzt bei seinem ‚MIYO‘-System hingegen auf solarbetriebene Sensoren, die lokale Parameter wie Bodenfeuchte, Helligkeit und Temperatur messen. Je nach Wettervorhersage und persönlichen Einstellungen bewässert ‚MIYO‘ automatisch: An den Wasserhahn angeschlossene Ventile empfangen die Daten und steuern die bedarfsgerechte und umweltschonende Bewässerung. „Es geht darum, dass Sträucher, Bäume und Pflanzen zum richtigen Zeitpunkt und unter Berücksichtigung der aktuellen Wettersituation nur so viel Wasser erhalten, wie sie auch tatsächlich brauchen“, erklärt Unternehmensgründer Roland Grösslich. Auch Gardena ist mit seinem ‚smart system‘ ein Vorreiter in Sachen intelligent vernetzte Bewässerung. In seiner ‚smart system‘-App stellt der Hersteller jetzt ebenfalls Wetterdaten zur Verfügung. Die Anwender können dadurch erkennen, ob sich Veränderungen ergeben, und reagieren. Ein weiteres neues Angebot: Ein virtueller Assistent, der bei der Bewässerungsplanung unterstützt. Dieser stellt gezielte Fragen und führt Schritt für Schritt zu den Einstellungen, mit denen optimale Ergebnisse erzielt werden können.

Technik erklären: moderne Bewässerung für ältere Generationen

Insbesondere bei den automatisierten oder smarten Bewässerungslösungen ist es wichtig, den Kunden Informationen zur Funktionsweise an die Hand zu geben. Vor allem die älteren Generationen, die viel Zeit im Garten verbringen, sind in Hinblick auf technische Helfer oft noch skeptisch. Doch das Potenzial, das in dieser Kundengruppe steckt, darf man nicht unterschätzen. Die Vorteile, die solche Bewässerungssysteme in Bezug auf die Arbeitserleichterung bieten, müssen deutlich hervorgehoben werden – im besten Fall mit Anwendungsbeispielen und Erklär-Videos. Die Hersteller unterstützen den Handel übrigens mit POS-Material. viRaTec stellt beispielsweise Aufsteller, Werbematerial sowie Layoutvorschläge zur Bewerbung zur Verfügung. Zudem bieten die meisten Hersteller von automatisierten oder smarten Bewässerungslösungen Schulungen für das Verkaufspersonal an.

09.07.2019