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Mit Web-Videos mehrfach punkten

Bewegtbilder auf der eigenen Webseite dienen nicht nur der Suchmaschinenoptimierung. Vor allem helfen sie bei Kundenbindung, -akquise und Verkaufsförderung.

Videoproduktion
markt in GRÜN hat auf der IPM mehrere Web-Videos produziert.
Foto: FF

Was soll das bringen? Diese Frage wird oft gestellt, wenn es um die Produktion eigener Online-Videos geht. Schließlich ist die Messbarkeit, der Return on Investment (ROI), nicht einfach nachzuhalten. Auf der anderen Seite sind professionell produzierte Videos teuer. Mit einem Preis ab 1.500 Euro für kleinere Produktionen muss man rechnen. Dabei können authentische Onlinefilme günstig auch selbst produziert werden.

Nutzen von Videos


Gut gemachte Online-Videos bringen viele Vorteile: Sie werden einfach und schnell von Nutzern rezipiert, sie dienen der Reichweitenseigerung, bestenfalls werden Sie von Verbrauchern oft in ihren eigenen Netzwerken geteilt (Viralität), sie dienen der Kundenbindung und ermöglichen sogar Kunden-Akquise vor allem neuer/junger Zielgruppen, und zudem dienen sie der Suchmaschinenoptimierung (SEO) der Webseite. Video-Inhalte sorgen für Pluspunkte im Ranking. Die Webseite wird bei Suchanfragen also bestenfalls auf Plätzen weiter oben von Suchmaschinen wie Google ausgespielt – was wiederum bedeutet, dass die eigene Webseite von potenziellen Kunden besser gefunden wird.

Wichtig: Nutzer haben ein sehr feines Gespür dafür, ob ihnen reines „Werbefernsehen“ gezeigt wird oder ein Video mit konkretem Nutzen. „How to“-Videos funktionieren besonders gut. Themen könnten sein: Wie bepflanze ich eine Herbstschale? Was ist bei der Rasenpflege zu beachte? Mit welchen Pflanzen gestalte ich einen Duft-Balkon? Mit einem Naschbeet durchs ganze Jahr… Dabei sollten natürlich auch auf eigene Verkaufsaktionen eingegangen werden. Achtung: Das Video inhaltlich lieber so gestalten, dass es auch noch in ein paar Jahren funktioniert. Auf die aktuellen Aktionen am POS kann dann im Begleittext zum Video (beim Posten auf der Webseite, Facebook oder Twitter) eingegangen werden.

Videos erstellen


Natürlich sollte man Mitarbeiter einsetzen, die auch Spaß an der Materie und bestenfalls Kenntnisse in dem Bereich haben. Videodrehs könnten zum Beispiel im Rahmen eines Auszubildenden-Projekts laufen. Es braucht auch kein Profi-Equipment. Eine SLR-Digitalkamera (wie die Panasonic GH4 oder die Sony Alpha 99) oder sogar ein Smartphone auf einem Stativ genügen zur Produktion von Videos. Wichtig: Den Ton nicht vernachlässigen. Ansteckmikros sind ein Muss und bereits ab 30 Euro erhältlich. Selbiges gilt für die Bildqualität: Ein Stativ ist ein absolutes Muss beim Dreh, um Wackelbilder zu vermeiden.

Das Video (hochgeladen auf den eigenen YouTube-Kanal), sollte natürlich erste einmal auf der eigenen Webseite eingebettet werden. Weitere Verbreitungskanäle über Social Media und POS-TV sollten genutzt werden. )

Faustregeln


* Roter Faden: sich vor dem Dreh klar machen, was genau gezeigt werden soll mit welchem Ziel.
* Kurz halten: Videolänge zwischen 1.30 und 2.30 Minuten ist perfekt
* Ein Hingucker: möglichst zu Beginn des Videos, sonst klicken User weg, bevor es überhaupt um Inhalte geht.
* Nutzen bieten: Keine reine „Werbung“, sondern nützliche praktische Tipps für Endverbraucher geben.
* Abwechslung schaffen: nicht nur eine Einstellung, sondern mal nah ran, mal von weiter weg, Details zeigen.
* Stativ: Je ungeübter der Kameramann, desto mehr das Stativ einsetzen.
* Guter Ton: Nicht mit dem Kamera-internen Mikro arbeiten, sondern mit Ansteckmikro (ab 30 Euro, etwa Audio-Technica ATR 3350).
* Licht: Schnell und einfach gut ausleuchten kann man mit einer auf die Kamera montierte LED-Videoleuchte (ab 35 Euro)
* Zeit: Ein zwei Minuten kurzes Video zu planen, drehen und schneiden kostet schnell mal einen ganzen Tag.
 

Stolperfallen

 
Alle im Bild gezeigten Menschen müssen der Veröffentlichung zustimmen. Es gibt Ausnahmen, etwa Menschengruppen bei öffentlichen Veranstaltungen, man sollte es aber nicht darauf ankommen lassen. Bei Personen unter 18 Jahren müssen die Erziehungsberechtigten zustimmen. Es kann niemand – auch keine Mitarbeiter des eigenen Unternehmens – dazu gezwungen werden, in einem Video erscheinen zu müssen (Persönlichkeitsrecht: „Recht am eigenen Bild“, siehe auch Art. 2 Abs. 1 des Grundgesetzes). Bei der Verwendung von Musik müssen ebenfalls Urheber- und Verwertungsrechte beachtet werden (gemafreie Musik gibt es etwa bei soundtaxi.com).

Soll eine Serie an Online-Videos produziert werden, sind Kontinuität und ein roter Faden unerlässlich. Ein Redaktionsplan (Exceltabelle), als Übersicht, wann welche Themen erscheinen sollen, ist empfehlenswert. So können Videos zu Verkaufsaktionen oder Feiertagen rechtzeitig bearbeitet und hochgeladen werden.


Welche Art der Videos Sie für Ihre Kunden produzieren können finden Sie hier.


Katrin Ernst

Unser Angebot: Wenn Sie eine besondere Aktion in Ihrem Gartencenter als Video festhalten und anschließend auf Ihrer Webseite zur Verfügung stellen wollen, können Sie eine solche Videoproduktion bei markt in GRÜN in Auftrag geben unter: red.marktingruen@rm-handelsmedien.de

09.02.2018