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Stihl forciert Wachstum dank Akkutechnologie

Ein dreistelliges Absatzwachstum im Akku-Segment beschert dem Waiblinger Unternehmen ein kräftiges Umsatzplus

Wachstum dank Akkutechnologie
Herbst-Pressekonferenz in Waiblingen
Foto: Gerald Freyer

Der Umsatz der Stihl Unternehmensgruppe stieg im laufenden Jahr von Januar bis August um 11,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Bei unveränderten Wechselkurseffekten hätte das Wachstum 10,7 Prozent betragen. "Besonders bei den Akku-Produkten haben wir eine überproportional starke Absatzsteigerung erzielt", erklärte Stihl Vorstandsvorsitzender Dr. Bertram Kandziora bei der Herbst-Pressekonferenz in Waiblingen. Nach Aussagen Kandzioras hat sich allein die Menge an Akkugeräten im letzten Jahr verdreifacht. Für das nächste Jahr erwartet der Vorstandschef ein zweistelliges Wachstum im Akkugeschäft. „Wir haben die Kraft, weiterhin stark zu wachsen, und wollen unsere Technologieführerschaft ausbauen", betonte Kandziora.

Stihl forscht und entwickelt derzeit nicht nur intensiv in den Bereichen Akku-Technologie und Connected Products, sondern will auch bei Benzin-Produkten neue Maßstäbe setzen. „Wir arbeiten gegenwärtig an der weltweit ersten Motorsäge mit elektronisch gesteuerter Kraftstoffeinspritzung", verkündete der Vorstandsvorsitzende. Im Handel wird diese Säge dann nach Aussagen des Unternehmens voraussichtlich im Herbst 2018 sein.

Weltweites Wachstum – erhöhte Nachfrage nach Benzin- und Akku-Produkten
Besonders der US-amerikanische Markt und Westeuropa waren in den ersten acht Monaten Wachstumstreiber für die Stihl Gruppe. Das ist vor allem auf die große Nachfrage nach Akku-Produkten zurückzuführen – sowohl von Privatanwendern als auch von Profis. Der russische Markt hat sich stabilisiert, der Absatz ist erheblich angestiegen. In Asien erreichte das Unternehmen ebenfalls eine deutliche Umsatzsteigerung. Nur der brasilianische Markt entwickelt sich auf Grund der dortigen Wirtschaftslage nicht wie erwartet positiv.

Auch im deutschen Markt setzte sich der Wachstumskurs fort. Der Absatz von Stihl und Viking Produkten wurde deutlich gesteigert. „Erfreulich ist die Belebung des Marktes für Motorsägen. Besonders dynamisch entwickelt sich das Geschäft mit Akku-Geräten und den Robotermähern Viking iMow. Für den Herbst 2017 sind wir zuversichtlich, mit neuen Produkten, attraktiven Kampagnen und der Fortsetzung der ‚Super Sägen Wochen‘ im November weiter zu wachsen", erklärte Dr. Kandziora.

Das geplante Akku Partner Programm (APP) scheint auf gutem Weg zu sein. Auf Nachfrage der Redaktion MOTORIST machte Norbert Pick, STIHL Vorstand für Marketing und Vertrieb, deutlich „Mit dem APP liegen wir im Plan. Diese Vertriebslinie soll weiter ausgebaut werden. Im Moment liegen die Händlerzahlen, die ausschließlich Akkuprodukte vertreiben, europaweit im unteren dreistelligen Bereich. Darüber hinaus stehen wir aber immer zum Fachhandel und die Vorgaben sind da eindeutig. Der Händler muss die drei Kriterien, wie 1. qualifizierte Beratung, 2. praxisgerechte Einweisung und 3. die eigene Werkstatt gewährleisten. Da spielt es auch dann keine Rolle, ob es sich um ein Familienbetrieb oder die Filiale eines Gartencenters handelt. Die Kriterien gelten für alle Stihl Händler dort gleichermaßen.“

Eine einschneidende Veränderung in der Markenlandschaft ist die geplante Einmarken-Strategie des Unternehmens. Denn ab 2019 wird das komplette Produktsortiment von Viking unter der Marke Stihl vertrieben. Dr. Kandziora: „Betrachtet man das vielfältige Produktportfolio sowie die Menge an Einzel- und Ersatzteilen, wird schnell klar, dass die Umstellung eine Mammutaufgabe ist. Daher werden wir den Markenwechsel Schritt für Schritt vollziehen und die Produktpalette sukzessive auf Stihl umstellen." Den Anfang macht das Viking Akku-Rasenmäher-Programm, das bereits zur Saison 2018 komplett unter der Marke Stihl verfügbar sein wird. „Die Akkus der Rasenmäher sind kompatibel mit den Produkten der Stihl AkkuSysteme Compact und Pro. Wir beschleunigen also mit dem Markenwechsel insgesamt das Wachstum bei den Akku-Produkten", erklärte der Vorstandsvorsitzende.

„Smart Solutions" und Connected Products für mehr Kundennutzen
„Um unsere Chancen bei der Digitalisierung zu nutzen, stellen wir uns im Unternehmen organisatorisch neu auf. Neben einem komplett neuen Bereich Digitalisierung haben wir beispielsweise die Entwicklungsmannschaft stark erweitert, im Produktmanagement Positionen für „Smart Solutions" geschaffen und agile Teams gebildet - alles mit dem Ziel, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die unseren Kunden einen erlebbaren Mehrwert bieten", so Dr. Kandziora.

22.09.2017