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Die Kleinen haben das Nachsehen

Die Studie "E-Commerce-Markt-Deutschland 2017" von EHI und Statista zeigt deutlich: Vom Wachstumskurs im Onlinehandel profitieren vor allem die Big Player.

Onlineshops Top Ten
Unangefochten die Nr. 1: Der Versandhandelsriese Amazon.
Foto: EHI, Statista

Der Onlinehandel in Deutschland wächst konstant. Im Jahr 2016 erwirtschafteten die Top-1.000-Onlineshops 39,6 Mrd. Euro - das sind gut 11 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr. Wie das Ranking der 1.000 größten Onlineshops "E-Commerce-Markt Deutschland" von EHI und Statista belegt, spielt sich das Wachstum hauptsächlich auf den Plätzen 1 bis 500 des Rankings ab, die Umsatzentwicklung der Shops in der zweiten Hälfte zeigt hingegen zunehmend nach unten.

"Die kleineren Shops gehören tendenziell zu den Verlierern einer sich nach vorne entwickelnden Branche“, kommentiert Christoph Langenberg, E-Commerce-Experte beim EHI. Die Konzentration des Marktes ist auf hohem Niveau und hat – wie bereits in den vergangenen Jahren – weiter zugenommen. So stehen die zehn größten Shops mittlerweile für 39,6 Prozent des Gesamtumsatzes der Top-1.000-Onlineshops.

Den Löwenanteil des Gesamtumsatzes generierten laut der Studie mit 15,7 Mrd. Euro die zehn stärksten Anbieter. Die 90 Shops hinter den Top 10 kommen in Summe auf 11,8 Mrd. Euro. Die Shops der Plätze 101 bis 500 erwirtschaften gemeinsam noch 8,3 Mrd. Euro. Für die kleinen Shops wird es immer enger im hart umkämpften Markt um den Kunden. So erzielten die Shops der Plätze 501 bis 1.000 bereits im zweiten Jahr in Folge weniger Umsatz als im Vorjahr (4,0 Mrd. Euro) und generierten der Erhebung zufolge in 2016 gemeinsam nur noch 3,8 Mrd. Euro.

Die Studie bestätigt zudem einen anhaltenden Trend zum Mobile Shopping. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Onlineshops, die auch für mobile Endgeräte gerüstet sind, bei über 80 Prozent, In diesem Jahr sind es laut der Studie bereits knapp 90 Prozent. Auch der Anteil der Shops mit App hat deutlich zugelegt, mittlerweile verfügt jeder dritte (35,7 Prozent) Onlineshop über eine eigene App.

Die Bedeutung der sozialen Netzwerke ist nahezu allen Onlineshops bewusst, fast alle sind dort vertreten. Mit 95,1 Prozent liegt Facebook vorne, gefolgt von Google+ mit 83,8 Prozent, YouTube mit 80,0 Prozent und Twitter mit 76,6 Prozent. Aber auch die beiden vergleichsweise neuen Plattformen Instagram und Pinterest weisen bereits jetzt eine hohe Verbreitung auf und kommen auf 64,0 bzw. 55,3 Prozent.

12.10.2017