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Glyphosat-Verbot: 1 Million Unterschriften gesammelt

Die Organisatoren der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) haben eine Million Unterschriften für ein Verbot des Pestizids Glyphosat gesammelt. Damit ist das erste Ziel der Initiatoren erreicht. Noch in diesem Jahr entscheiden EU-Kommission und die Mitgliedstaaten über die erneute Zulassung des Pestizids Glyphosat.

Glyphosat Einsatz
Die Wiederzulassung von Glyphosat wurde von der EU-Kommission zunächst bis Ende 2017 beschlossen.
Foto: Pixabay

Mit rund 270.000 Unterschriften kam die größte Unterstützung für die EBI aus Deutschland durch die Bürgerbewegung Campact. Ein Verbot von Glyphosat sei "der erste Schritt", sagt Maria Lohbeck von Campact. “Die Industrie und die Lobbyisten setzen alles daran, Glyphosat harmloser darzustellen als es ist", erklärt sie weiter. Die Bürgerbewegung stützt ihre Argumentation auf die Einschätzung eines Fachgremiums der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend” eingestuft hat. Unabhängige Wissenschaftler bestätigten das, teilt Campact mit. Der springende Punkt ist: Wird ein Krebsrisiko festgestellt, muss der Einsatz von Glyphosat nach geltendem EU-Recht sofort verboten werden.

Die EBI ist ein Verfahren der EU für mehr Bürgerbeteiligung. Die Regeln sehen vor, dass insgesamt eine Million Unterschriften erreicht und Länderquoren (Mindestzahlen im Verhältnis zur Bevölkerung) in sieben Ländern erfüllt werden müssen. Das Länderquorum wurde sogar in elf Ländern erreicht. Die Organisatoren der EBI haben sich so das Recht erstritten, ihre Argumente während einer Anhörung im EU-Parlament vorzubringen. Die Kommission ist verpflichtet, schriftlich Stellung zu beziehen.

Die Initiative fordert neben dem Verbot EU-weite obligatorische Pestizid-Reduktionsziele und eine von der Industrie unabhängige wissenschaftliche Bewertung von Pestiziden.

16.06.2017